«Erwachsene sollen Kinder nicht ansprechen»

Nina Müller, 22. Februar 2019, 10:47 Uhr
Ein 61-Jähriger hat zu Beginn der Woche zwei Primarschülerinnen auf den Heimweg angesprochen. (Symbolbild)
Ein 61-Jähriger hat zu Beginn der Woche zwei Primarschülerinnen auf den Heimweg angesprochen. (Symbolbild)
© iStock/RapidEye
Einem 61-Jährigen in Oberuzwil wurde die eigene Freundlichkeit zum Verhängnis: Er sprach zwei Primarschülerinnen auf deren Heimweg an. Daraufhin stand die Polizei vor seiner Tür.

Zwei Primarschülerinnen im Alter von sieben und acht Jahren wurden am Montagnachmittag auf dem Nachhauseweg von der Schule in Oberuzwil von einem fremden Mann angesprochen. Am Tag darauf sprach der 61-Jährige die Mädchen erneut an. Daraufhin erzählten die beiden Mädchen ihren Eltern davon. Diese verständigten die Kantonspolizei St.Gallen, welche die Primarschule über den Vorfall informierte. Dieses Schreiben verschickte die Schule schliesslich an die Eltern:

Bild: Facebook/Du bisch vo Uzwil, wenn...
Bild: Facebook/Du bisch vo Uzwil, wenn...

Fremde Kinder anzusprechen, ist keine gute Idee

«Dem Mann wurde seine eigene Freundlichkeit zum Verhängnis. Er wollte einfach ein bisschen quatschen mit den beiden Mädchen», sagt Hanspeter Krüsi, Mediensprecher der Kantonspolizei St.Gallen, gegenüber FM1Today. «Zudem hat der Mann die Mützen der Mädchen angefasst. Ansonsten kam es zu keinen Berührungen», sagt Krüsi weiter. Es sei heutzutage aber sehr heikel, wenn ein Fremder Kinder anspricht.

Früher habe man Kinder ohne Begleitung eines Erwachsenen schon einmal etwas auf der Strasse fragen können, beispielsweise nach dem Weg. Heute stehe man sofort unter Generalverdacht. «Wir nehmen solche Fälle natürlich sehr ernst und auch die Eltern haben sich korrekt verhalten. Es gab in den letzten Jahren aber nicht einen Vorfall, in dem sich böse Absichten bestätigt haben», sagt Krüsi. «Wir empfehlen Erwachsenen, wenn möglich nicht in Kontakt mit fremden Kindern zu treten.»

Fall in Nachbargemeinde

Der Vorfall in Oberuzwil hat für den 61-Jährigen keine Konsequenzen, da er keine Straftat begangen hat. Für die Kantonspolizei St.Gallen hat der Fall jedoch Folgen. «Heute Morgen wurde ich darüber informiert, dass in einer Gemeinde in der Nähe von Oberuzwil genau dasselbe passiert sein soll. Die Familien sprechen zu Hause über solche Vorfälle. Ich bin überzeugt davon, dass die Geschichte von Oberuzwil rübergeschwappt ist und ich kann die Bevölkerung beruhigen; es gibt absolut keinen Verdacht, dass ein Mann unterwegs ist, der Kindern Leid zufügen möchte», sagt Krüsi.

Auf der Website der Kantonspolizei steht ein Leitfaden für Eltern, Lehrer und Betreuungspersonen zur Verfügung, Darin ist unter anderem formuliert, wie man sich in einer solchen Situation verhalten soll.

Nina Müller
Quelle: nm
veröffentlicht: 22. Februar 2019 10:47
aktualisiert: 22. Februar 2019 10:47