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Drei Weieren

«Es war manchmal sehr laut» – das halten Badegäste und Quartier vom Musikverbot

18. Juni 2021, 05:51 Uhr
Auf den Drei Weieren in St.Gallen ist das Spielen von Musik über Lautsprecher und auf Instrumenten verboten. Manche Badegäste begrüssen die neue Regelung, andere haben weniger Verständnis.
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Quelle: FM1Today

Seit diesem Frühling gilt auf Drei Weieren in St.Gallen ein Musikverbot. Neu ist es verboten, Musik über Lautsprecher oder auf einem Instrument zu spielen. Dazu wurden auch extra neue Verbotstafeln aufgestellt. Wer regelmässiger Besucher der Drei Weieren ist, fragt sich nun zurecht: Warum kommt das Verbot genau jetzt? Seit Jahren kann auf Drei Weieren Musik gehört und Gitarre gespielt werden. Ein Problem war das gefühlt nie.

Das ist nicht ganz richtig. Es gebe immer wieder Reklamationen von Anwohnenden, sagt Renato Dietrich, Leiter des Gemeinschaftsbad Dreilinden: «Es kommen viele Leute hierher, die gerne Musik hören, aber es kommen eben auch viele in die Weieren, die keine Musik hören wollen. Wir haben immer wieder Reklamationen von Gästen und Anwohnerinnen und Anwohnern, weil es zu laut ist.» Die vielen Lärmbeschwerden beschäftigten auch die Stadt, weshalb jetzt die Reissleine gezogen wurde.

Die Regel ist unnötig

Die Meinungen zur neuen Regel sind durchmischt. Die meisten Badegäste haben zwar Verständnis, finden die Massnahme aber doch etwas drastisch. «Ich bin geteilter Meinung. Solange die Musik nicht zu laut ist, finde ich schon, dass man Musik spielen dürfen sollte», sagt eine Besucherin, die gerade in Ruhe ihre Zeitung liest.

Weniger verständnisvoll zeigt sich ein Jugendlicher. Er habe erst kürzlich mit Freunden Musik auf den Boxen gehört, als die Polizei sie aufgefordert habe, die Musik auszuschalten. «Ich finde die Regel unnötig. Wir sind hier nicht nahe an den umliegenden Häusern. Ich verstehe nicht ganz, was das Problem ist.»

Er ist nicht der einzige mit dieser Ansicht. Ein weiterer jüngerer Herr, der am Donnerstagmorgen die Sonne im Naherholungsgebiet geniesst, zeigt sich kritisch gegenüber dem Verbot: «Ich persönlich finde es einen ‹Seich›. Man geht hauptsächlich in die Weieren, um zu chillen. Da gehört Musik schon dazu. Ich finde, bis zu einer gewissen Lautstärke sollte das möglich sein. Besonders, wenn jemand Gitarre spielen möchte.»

Rücksichtslosigkeit bestrafen

Doch es gibt auch andere Stimmen. «Ich finde, das Verbot hat seine Berechtigung. Wenn die Anwohnenden abends wegen der lauten Musik nicht schlafen können, muss man was dagegen machen. Ich habe nichts dagegen, wenn die Jugendlichen ihre Musik hören wollen. Aber man sollte schon Rücksicht nehmen», sagt ein älterer Herr, der sich beim «Milchhüsli» im Schatten eine Apfelschorle gönnt.

Schon häufiger über die laute Musik aufgeregt hat sich eine ältere Dame. Sie geht schon seit vielen Jahren in den Weieren baden: «Manchmal ist die Musik wirklich extrem laut. Oft sind die jungen Leute dann uneinsichtig, wenn sie darauf hingewiesen werden. Gegen leise Musik habe ich nichts einzuwenden. Doch manchmal sind die Leute auch einfach sehr rücksichtslos.»

Die Nachbarschaft freut sich

Die Anwohnenden begrüssen die neue Regel. Thomas Giger, Präsident des Quartiervereins St.Georgen, sagt: «Ich habe aus dem Quartierverein bislang nur positive Reaktionen auf das Musikverbot gehört. Das Spielen von Instrumenten hätte man meiner Ansicht nach nicht unbedingt verbieten müssen. Aber das Verbot für Lautsprecher begrüsse ich sehr.» Wer genau mit seinen Beschwerden das Verbot bewirkt hat, kann Giger nicht sagen. «Der Quartierverein hat diesbezüglich keine Beschwerde eingereicht. Ich weiss nicht, wer sich über den Lärm beschwert hat, kann mir aber vorstellen, dass das Begehren von Anwohnenden und natürlich auch von Besuchern der Drei Weieren ausgelöst wurde.»

(sju)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 18. Juni 2021 05:42
aktualisiert: 18. Juni 2021 05:51