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Walenstadt

Experte zu Schnaps-Trinkern: «Das jugendliche Hirn ist eine Grossbaustelle»

9. Juli 2020, 16:37 Uhr
Dass an einer Oberstufen-Abschlussfeier, wie beispielsweise in Walenstadt, Alkohol getrunken wird, überrascht einen Suchtexperten nicht. Sorgen macht ihm aber, dass Jugendliche bereits früh zu Schnaps greifen. Dieser sei pures Gift für junge Köpfe.
Statt Bier und Wein greifen Jugendliche vermehrt zu hartem Alkohol. (Symbolbild)
© Keystone/Gaëtan Bally

Dass es an einer Abschlussparty wild zu und her gehen kann, die Party auch mal überufert, überrascht den Suchtexperten Damian Caluori, Leiter der Sozialen Dienste Sarganserland, nicht. «Vermutlich alle Beteiligten wissen, dass an so einem Anlass Alkohol getrunken wird. Von den Eltern über die Lehrer bis zur Schulleitung.»

Der harte Alkohol schadet

Nicht ein rauschendes Fest nach der Oberstufen-Karriere macht dem Suchtexperten Sorgen und auch nicht die Menge Alkohol. Sondern das, was immer öfters getrunken wird, nämlich Hochprozentiges: «Wir beobachten, dass früher mehr Bier und Wein getrunken wurde. In der Zwischenzeit greifen die Jugendlichen immer öfters zu hartem Alkohol, also Schnaps.»

Das Hirn ist im Teenager-Alter, gemäss des Experten, eine Grossbaustelle. «Auf einer Grossbaustelle ist der Alkohol wirklich ein gröberer Störfaktor», sagt Caluori. Der Alkohol, besonders Schnaps, funke in wichtige Entwicklungsprozesse des jugendlichen Hirnes.

Jugendschutzgesetz nicht umsonst

Das ist laut dem Suchtexperten auch der Grund, wieso es einen Jugendschutz gibt. «Es ist kein Zufall, dass harter Alkohol erst ab 18 Jahren gekauft werden darf.» Der Jugendschutz habe seine Berechtigung.

Prävention sei ein Dauerbrenner bei allen Fachstellen. Es sind laut Damian Caluori immer wieder die gleichen Themen, die behandelt werden. Denn die Statistik rund um Jugendliche und Alkohol bewege sich ungefähr immer im gleichen Rahmen.

Im aktuellen Fall Walenstadt (FM1Today berichtete) unternehmen die Sozialen Dienste Sarganserland keine speziellen Massnahmen. Man biete aber Unterstützung an, wenn dies die Schule oder die Gemeinde wünsche.

(lae)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 9. Juli 2020 16:34
aktualisiert: 9. Juli 2020 16:37