St.Gallen

Fall um vierjährige «Sexsklavin»: Partner wehrt sich vor Gericht

30. November 2019, 10:20 Uhr
Das Kind wurde psychisch schwer geschädigt. (Symbolbild)
© iStock
Jetzt muss sich das Kantonsgericht St.Gallen mit dem schockierenden Missbrauch eines vierjährigen Mädchens befassen: Während die Mutter Reue zeigt, verlangt deren Sado-Maso-Partner ein milderes Urteil.

Weil sie ihre vierjährige Tochter zur «Sexsklavin» hatten erziehen wollen, verurteilte das Kreisgericht St.Gallen im März 2018 die in St.Gallen wohnhafte Mutter sowie ihren Liebhaber aus Deutschland zu Freiheitsstrafen von jeweils vier Jahren und drei Monaten und fünf Jahren. Die Mutter wurde der mehrfachen sexuellen Handlung mit einem Kind, der mehrfachen Verletzung der Fürsorge- und Erziehungspflicht und der Pornografie schuldig gesprochen – der Liebhaber der sexuellen Handlung mit einem Kind, der mehrfachen Pornografie sowie der Anstiftung dazu in beiden Anklagepunkten (FM1Today berichtete). 

Partner will mildere Strafe

Nun kommt es am Dienstag unter Ausschluss der Öffentlichkeit zum Berufungsprozess. Wie das «St.Galler Tagblatt» berichtet, verlangt der heute 54-jährige Partner, dass ihn das St.Galler Kantonsgericht vom Vorwurf der Anstiftung zu sexuellen Handlungen freispricht und seine Strafe reduziert. Ebenso ficht er die Höhe der Genugtuung zugunsten des Mädchens in der Höhe von 40'000 Franken an. 

Die heute 32-jährige Mutter war vor Kreisgericht geständig. Die Schweizerin weinte und erklärte den Missbrauch ihres kleinen Kindes mit der Sado-Maso-Beziehung, die sie mit dem Deutschen geführt hatte. Sie sei dem «Herrn» hörig gewesen und habe seine Befehle nicht in Frage gestellt. 

Kind als Sexspielzeug behandelt

Das Leid, das dem Mädchen über Monate zugefügt wurde, ist kaum vorstellbar. Immer wieder nahm die Mutter – eine gelernte Kindererzieherin – sexuelle Handlungen an der Vierjährigen vor und schickte Aufnahmen davon ihrem Partner in Deutschland. Wie dieser behauptete, habe er solche Bilder nie verlangt. 

Die Staatsanwaltschaft hielt bei der erstinstanzlichen Verhandlung fest, das SM-Paar habe das Kind wie ein Sexspielzeug behandelt. Laut der Rechtsvertreterin des Opfers erlitt das Mädchen schwere psychische Schäden. Es lebt in einer Pflegefamilie. 

(lag)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 30. November 2019 09:10
aktualisiert: 30. November 2019 10:20