Fixe Blitzer bleiben in St.Gallen bestehen

Lara Abderhalden, 10. Mai 2017, 16:45 Uhr
Raphael Rohner
Der Kanton Aargau verzichtet ganz auf fixe Blitzer. Am Dienstag scheiterte eine Motion, welche eine fest installierte Radaranlage in Baden forderte. Der Grosse Rat argumentierte, dass fixe Blitzer der Abzockerei und nicht der Unfallverhütung dienen würden. In St.Gallen sieht die Situation anders aus. Fest installierte Blitzer seien notwendig.

Im Kanton Aargau wird es auch in Zukunft keine fest installierten Radaranlagen geben. Der Grosse Rat lehnte am Dienstag eine entsprechende Motion klar ab. In der Vorlage gehe es nur darum, Geld zu machen. Es sei somit eine Abzockerei und keine Unfallverhütung, argumentierte ein Sprecher der SVP. Die mobilen Anlagen würden eine grössere Wirkung zeigen als stationäre Anlagen.

Traditionell gibt es im ganzen Kanton keine stationären Radarfallen und dies bleibt auch in Zukunft so. Erst wenn der Bedarf durch die Unfallstatistik und -analyse gerechtfertigt werden kann, würden Radarfallen geprüft, erklären die Politiker.

Durch Radaranlagen Unfälle vermeiden

Im Kanton St.Gallen möchte man an den stationären Radaranlagen festhalten: «Bei uns ist das kein Thema», sagt Hanspeter Krüsi von der Kantonspolizei St.Gallen. «Wir haben fixe Anlagen, semi-stationäre Anlagen, die eine Weile bleiben, und mobile Anlagen, die können punktuell für kurze Zeit eingesetzt werden.» Der Vorteil dieser Flexibilität sei eine Beruhigung des Verkehrs: «So gelingt es uns, die Unfallzahl zu senken.»

«Autofahrer suchen Fehler bei anderen»

Der Vorwurf der Abzockerei kann Hanspeter Krüsi nicht nachvollziehen: «Wir erhalten jedes Jahr zahlreiche Beschwerden über Blitzgeräte. Das ist verständlich. Der Autofahrer sucht die Fehler bei anderen. Niemand ist glücklich, wenn er eine Busse bezahlen muss.»  Dennoch sei jeder für sein Handeln selbst verantwortlich: «Wenn du auf dem Eis hin fällst, kannst du auch nicht dem Eis die Schuld geben. Man muss sein Handeln der Situation entsprechend anpassen», dies gelte auch für die Geschwindigkeit.

Radaranlagen haben ihren Grund

Alle Radaranlagen würden vorher durch eine Überprüfung gehen: «Wir platzieren die Radaranlagen nicht zum Plausch. Häufig hat es in der Nähe eine Baustelle oder sonstige Verkehrsbehinderungen.», erklärt Krüsi.

«Klar machen Bussen die Leute hässig. Grundsätzlich befürworten jedoch auch viele Autofahrer Radaranlagen. Nur wenn es sie selbst trifft, dann ist das Verständnis ziemlich schnell verflogen.» Es gebe in der Schweiz Regeln, an die man sich halten müsse, die Geschwindigkeit den Umständen anzupassen, sei eine davon.

(abl)

 

Lara Abderhalden
veröffentlicht: 10. Mai 2017 16:45
aktualisiert: 10. Mai 2017 16:45