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Erneute Swisscom-Panne

Fredy Fässler: «Ich war am Morgen ziemlich muff»

10. Juli 2021, 07:30 Uhr
Der Ausfall der Notrufnummern von diesem Freitag ist der letzte einer ganzen Serie innerhalb der vergangenen zwei Jahre. Der Vorsteher des St.Galler Sicherheits- und Justizdepartements spricht von einem inakzeptablen Zustand.
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Quelle: TVO

Bei der Swisscom kam es am Freitagmorgen zu einem Ausfall der Notrufnummern beim Festnetz (FM1Today berichtete). Erst um 8 Uhr konnte die Fehlerquelle behoben werden. Der Ausfall war jedoch kein Einzelfall: In den letzten Jahren kam es mehrfach zu groben Pannen im Swisscom-Netz, auch die Notfallnummern waren nicht zum ersten Mal ausgefallen.

«Inakzeptabler Zustand»

«Heute morgen war ich ziemlich muff und auch enttäuscht», sagt Fredy Fässler, Vorsteher des St.Galler Sicherheits- und Justizdepartements, gegenüber TVO. «Das ist ein absolut inakzeptabler Zustand. Unsere Bevölkerung ist darauf angewiesen, dass sie jederzeit mit den Blaulichtorganisationen in telefonischen Kontakt treten kann. Wenn die Swisscom dies nicht gewährleisten kann, ist dies ein sehr ernstes Problem.»

Er sei davon ausgegangen, dass die Swisscom nach den Pannen der letzten Jahre reagiert habe. «Ich bin persönlich ziemlich enttäuscht. Das, was uns die Swisscom versprochen hat, funktioniert offensichtlich nicht», sagt Fässler. Das Sicherheits- und Justizdepartement werde mit der Swisscom in Kontakt treten und «mit aller Bestimmtheit einfordern», dass die Systeme redundant sind.

Experten sind nicht über den Ausfall verwundert

Der schweizweite Ausfall der Notfallnummer ist für Kenner nicht verwunderlich. Für Ralf Beyeler, Telekom-Experte bei Moneyland.ch, ist klar, dass auch in Zukunft mit längeren Ausfällen des Telefonnetzes zu rechnen ist: «Das Telefonsystem vom Festnetz hat man von einer alten analogen Technik auf ein modernes Informatiksystem migriert. Für Informatiker war bereits damals klar, dass das in Zukunft Probleme mit dem Netz geben wird.»

Laut Beyler müssen die Verantwortlichen mehr Geld investieren, um solche Unterbrüche in Zukunft zu vermeiden.

Quelle: ArgoviaToday/FM1Today/TVO
veröffentlicht: 9. Juli 2021 14:26
aktualisiert: 10. Juli 2021 07:30