St.Gallen

Geld für Zuzüger in Quinten - auch Vättis prüft Massnahmen

27. Januar 2020, 21:21 Uhr
Quinten ist vom Aussterben bedroht, eine Stiftung will deshalb Familien Geld zahlen, wenn sie in das Dörfchen am Walensee ziehen. Für das ebenfalls schrumpfende Dorf Vättis, ist dies keine Lösung. Der Gemeindepräsident sagt, sie gehen einen anderen Weg.

400 Personen leben in Vättis, jedes Jahr werden es ein paar weniger. «Die Dörfer Pfäfers und Valens haben mit den Kliniken sehr viele Arbeitsplätze und liegen nahe bei Bad Ragaz. Vättis ist zuhinterst im Tal und hat fast keine Arbeitsplätze», sagt der Gemeindepräsident Axel Zimmermann. Er ist Teil einer privaten Arbeitsgruppe, die Vättis für Zuzüger attraktiver machen will. Auch sie hatten die Idee, die Leute mit finanziellen Anreizen anzulocken. 

Vättis vermittelt Bauland

Doch die Bevorzugung einzelner Dorfbewohner käme politisch nicht gut an, schreibt «tagblatt.ch». Die Idee wurde deshalb verworfen und die Initiative «Bauland Vättis» wurde lanciert. Dorfbewohner wollen erschlossenes Bauland für circa 100 Franken pro Quadratmeter vermitteln, ehrenamtlich und provisionsfrei. 

Quinten: Familien erhalten Zustupf

Quinten am Walensee ist nur per Schiff oder zu Fuss erreichbar. Arbeitsplätze gibt es nur sehr wenige. Noch vor 100 Jahren lebten hier 200 Personen, heute sind es noch knapp 40 Einwohner. Die Stiftung «Quinten lebt» hat deshalb ein verlockendes Angebot gemacht. «Wir zahlen für jedes Kind 200 Franken pro Monat», sagt Joel Schmid (53) von der Stiftung. Eine Familie mit zwei Kindern würde einen monatlichen Zustupf von 400 Franken erhalten. Die Stiftung zahlt bis zum 20. Altersjahr, maximal 20 000 Franken pro Kind.

«Die Idee ist neu für mich», sagt Erich Zoller, Gemeindepräsident von Quarten. Politisch gehören Quinten und Quarten zusammen. Persönlich schätze Zoller es sehr, dass sich die Stiftung darum bemühe, das Dorf wieder zu beleben. Zoller sagt aber auch, dass er es aus Sicht einer Gemeindebehörde als heikel erachte, die Wohnortwahl mit monetären Anreizen steuern zu wollen.

(red.)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 27. Januar 2020 21:16
aktualisiert: 27. Januar 2020 21:21