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FM1-Community

Gestrandete LKW-Fahrer auf Ostschweizer Raststätten bekocht

Fabienne Engbers, 27. Dezember 2020, 09:07 Uhr
Dank eines Hörer-Aufrufs haben zwei russische LKW-Fahrer auf der Werdenberger Raststätte an Weihnachten eine warme Mahlzeit erhalten. FM1-Hörerin Sylvie hat den beiden geholfen, weil die Kioske und Restaurants allesamt geschlossen sind.
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Quelle: tvo

Unterwegs durch ganz Europa stehen über Weihnachten Hunderte LKWs plötzlich still. Die Fahrer feiern statt mit ihrer Familie ganz allein. FM1-Hörer Ruedi hat sich deshalb bei uns gemeldet und dazu aufgerufen, die Raststätten zu besuchen und den gestrandeten LKW-Fahrern dort zu helfen.

Kebab für Lastwagenfahrer

Sylvie aus Salez liess sich das nicht zwei Mal sagen. «Ich habe mit Ruedi Kontakt aufgenommen. Leider hatte ich zuhause nur noch Tiefgefrorenes, was ich den LKW-Fahrern hätte bringen können", sagt sie.

Kurzerhand machte sie sich deshalb auf den Weg zum Rheintal-Kebab in Buchs. «Ich habe für die LKW-Fahrer etwas zu Essen geholt und bin zur Raststätte Werdenberg», sagt Sylvie. Dort seien zwei russische Lastwagenfahrer gestrandet. «Der Kiosk ist geschlossen, sie haben keine Dusche, kein WC, keine warme Mahlzeit.»

«Werde jeden Tag z'Mittag bringen»

Die Fahrer sprechen kein deutsch, einer der beiden spricht ein wenig englisch. «So konnte ich ihnen wenigstens mitteilen, dass ich bis Sonntag jeden Tag eine warme Mahlzeit und etwas zu trinken vorbeibringe», sagt Sylvie. Die LKW-Fahrer dürfen ihre Fahrzeuge in dieser Zeit nicht bewegen. «Sonst hätte ich sie auch gerne zu mir eingeladen.»

Die Raststätte Werdenberg ist nicht die einzige Raststätte im FM1-Land, wo gestrandete LKW-Fahrer auf den Montagmorgen warten, bis sie wieder weiterfahren dürfen. Auch auf der Raststätte in Kriessern werden die Lastwagenfahrer aber gut umsorgt.

Bereits seit drei Jahren macht es sich ein Ehepaar aus Montlingen zur Aufgabe, den Lastwagenfahrern auf den sechs Raststätten zwischen Rheineck und Sevelen an Weihnachten etwas zu Essen zu bringen.

«Auf den Spaziergängen mit unserem Hund sind uns die vielen Lastwagenfahrer aufgefallen, die an Weihnachten alleine an den Raststätten sind», sagt Silvano Vescio, «sie können da nicht weg, es ist wie in einem offenen Gefängnis.» Die ganze Geschichte liest du hier.

Russisch-Dolmetscher gesucht

Damit Sylvie mit ihren beiden «Schützlingen» an der Werdenberger Raststätte kommunizieren kann, sucht sich jemanden, der Russisch spricht. «ich bin schon mit einer Freundin in Kontakt. Ich möchte herausfinden, was den LKW-Fahrern noch dringend fehlt», sagt sie.

Die beiden Lastwagenfahrer seien erst skeptisch gewesen, Hilfe von Fremden seien sie nicht gewohnt. «Da wir uns nur schlecht verständigen können, haben sie mir aber einen Daumen hoch gezeigt. So weiss ich, wie dankbar sie sind.»

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 25. Dezember 2020 21:13
aktualisiert: 27. Dezember 2020 09:07