Uzwil

Giftige Schadstoffe gefunden: Spielplatz gesperrt

Stefanie Rohner, 13. Dezember 2019, 05:35 Uhr
Es hat sich vorerst ausgespielt im Uzwil: Die Gemeinde stellte fest, dass der ganze Boden des Spielplatzes an der Birkenstrasse mit Schadstoffen belastet ist. Die Erde muss nun abgetragen werden und der Spielplatz ist gesperrt.

Kinder wühlen beim Spielen gerne mal im Dreck. Diesen Kindern zu sagen, sie sollen etwas nicht in den Mund nehmen, nützt nur bedingt etwas. In Uzwil wäre genau das aber gerade keine schlechte Idee. 

Der Spielplatz an der Birkenstrasse wird derzeit erneuert, die Arbeiten sind weit fortgeschritten. Die «grüne Lunge» ist aber belastet: Im Boden wurden Schadstoffe gefunden, wie Thomas Stricker, Verwaltungsleiter von Uzwil, auf Anfrage bestätigt. 

Es kamen Chrom, Antimon, polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) und weitere Schadstoffe zum Vorschein. «Bevor wir irgendwo bauen, führen wir jeweils Untersuchungen durch, um abzuklären, was im Boden ist», sagt Stricker. «Dieses Gelände ist wahrscheinlich schon lange belastet, da es seit 80 Jahren so ist wie heute. Hinweise darauf gab es aber bisher nicht.» Die Untersuchungen werden aufgrund der frühindustriellen Geschichte Uzwils immer durchgeführt. Damals waren Bodenschutz und Entsorgung nach heutigen Massstäben noch kein Thema. 

Kein grosses Risiko

Laut Stricker kann noch nicht abschliessend eingeschätzt werden, welche Auswirkungen die Schwermetalle auf die spielenden Kinder haben. «Wir wissen einfach, dass wir im Bereich der Grenzwerte, die insbesondere für Spielflächen streng sind, ein Problem haben. Würden wir Gemüse anbauen oder Tiere weiden lassen, sähe es anders aus.»

Nach den bisherigen Erkenntnissen von Fachleuten geht von den Schadstoffen aber keine direkte Gefahr aus. Ein grosses Risiko bestehe wohl nur dann, wenn ein Kind sich an hundert Tagen im Jahr auf dem Spielplatz aufgehalten und jedes Mal Erde gegessen hat.

«Nutzungseinschränkung ist keine gute Lösung»

Nichtsdestotrotz habe die Gemeinde Uzwil beschlossen, die Fläche zu sperren, statt die Nutzung einzuschränken, so Stricker: «Ab dem Moment, in dem wir wussten, dass etwas Gefährliches im Boden sein könnte, war klar: Die Fläche wird gesperrt. Eine Nutzungseinschränkung ist für uns und den Kanton keine gute Lösung, weil diese Einschränkung sichergestellt werden müsste.»

Untere Schicht bleibt

Zeitlich sei die Sperrung im richtigen Moment gekommen, da die Fläche des Spielplatzes sowieso habe erneuert werden müssen. «Solche Sachen passen natürlich nie, aber im Hinblick auf die Erneuerung ist es der richtige Moment.»

Der Boden muss nun abgetragen werden, wie tief man gehen muss, kann noch nicht mit Sicherheit gesagt werden. «Wir rechnen damit, dass wir auf der 4500 Quadratmeter grossen Fläche rund einen halben Meter Boden entfernen müssen», sagt Stricker. «Die untere Schicht, die ebenfalls belastet ist, bleibt dort.» Die Stoffe seien zwar giftig, aber da sie so tief unten liegen, hätten sie keine Auswirkungen auf die Menschen. 

Wie viel das Ganze kostet und wer schuld an der Schadstoffbelastung ist, ist noch unklar. «Mit der Sperrung ist das Risiko minimiert und das ist alles, was wir für den Anfang machen konnten.»

Die Kinder müssen nun Geduld haben. Denn der Spielplatz bleibt voraussichtlich bis zur Erneuerung 2021 gesperrt.

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 13. Dezember 2019 05:35
aktualisiert: 13. Dezember 2019 05:35