St.Gallen

Gratis-Verteil-Aktion trotz Schuldenberg: «Es war mutig, den Anlass zu machen»

Géraldine Bohne, 8. September 2020, 16:54 Uhr
Stefano Patta ist der Unternehmer hinter der Aktion «San Gallä für alli».
© zVg
Der Unternehmer Stefano Patta hat den Bratwurst-Event «San Gallä für alli» durchgeführt, trotz Schulden von mehreren hunderttausend Franken. Nun will er weitere Veranstaltungen organisieren. Die Botschaft hinter seinen Events sei notwendig, so der Unternehmer.

Die Geschichte um den Unternehmer Stefano Patta wird immer skurriler. Der Mann, der einfach so mehrere Tausend Bratwürste verschenken wollte, hat 700'000 Franken Schulden. Vier seiner Firmen sind vor Jahren Konkurs gegangen. Trotzdem möchte der 52-Jährige den Event weiterziehen und im Oktober auch in Zürich durchführen.

Schuldbetrag war einst massiv höher

«Es war absolut mutig den Anlass zu machen», sagt Patta, dessen vier Unternehmen Konkurs gingen: Die Vito AG (2002), dir Granisol GmbH (2004), die Durotherm GmbH (2012) sowie die Trebor AG (2013). Es stimme auch, dass er Schulden in der Höhe von rund 700'000 Franken habe, gibt der Unternehmer gegenüber FM1Today zu.

Doch: Viele Schuldscheine lägen bereit, um getilgt zu werden. Bei den Schulden handle es sich vor allem um Steuerschulden, der Betrag sei einst massiv höher gewesen. «Ich bin die Schulden am abarbeiten und es kommen keine neuen hinzu.» In einem Jahr werde der Betrag schon deutlich tiefer sein, ist Stefano Patta überzeugt.

Event sei wegen Botschaft nötig gewesen

Trotz hoher Schulden sei der Anlass «San Gallä für alli» notwendig gewesen, auch wenn er zu einem «ungünstigen Zeitpunkt» in Pattas Leben kam. «Hinter dem Event hat es eine Botschaft.» Stefano Patta möchte mit der Bratwurstaktion die Menschen zusammenbringen und zum Denken anregen. Er ist sich sicher, dass die Bevölkerung bald nicht mehr so frei sein wird, wie sie jetzt ist. «Es geht nicht mehr lange, bis wir vom internationalen System gesteuert werden», glaubt der Unternehmer.

Patta wollte keinen «Hype» um seine Person

Die Fassade von Stefano Patta bröckelt immer mehr. Noch Ende Juli äusserte er ganz andere Gründe für die Durchführung: «Ich will die Stadt einfach wieder beleben», sagte er zu FM1Today und ergänzte, «Das Leben ist schöner, wenn man teilt.» Auch wollte er nicht, «dass aus der Aktion ein Hype» um seine Person entstehe.

Dass nun über ihn geredet wird, scheint er aber ganz offensichtlich zu geniessen. «Die negativen Medienberichte sind Werbung für mich», sagt er.

«San Gallä für alli» Ende Oktober in Zürich

Trotz allem hat Stefano Patta weiterhin Grosses vor: Er plant unzählige Projekte, will eine Biografie schreiben, ein eigenes Musikvideo filmen, eine Art Openair in der St.Galler Innenstadt organisieren und und und... Das, obwohl der Bratwurst-Anlass von vergangenem Samstag nicht so verlief, wie gewollt.

1700 Würste und etwa 600 Pastagerichte sind gemäss Patta verteilt worden, budgetiert hatte er einst 50'000. Mit den «restlichen» Würsten möchte er Ende Oktober den Event nach gleichem Prinzip in Zürich durchführen. «Nur der Senf kostet», so Patta. Die Bratwürste habe er auch bereits bezahlt, versichert er FM1Today.

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 8. September 2020 16:34
aktualisiert: 8. September 2020 16:54