«Häufung der Fälle macht uns Sorgen»

Laurien Gschwend, 24. Oktober 2018, 18:57 Uhr
CVP-Nationalrat Markus Ritter will handeln.
CVP-Nationalrat Markus Ritter will handeln.
© TVO
Über 30 Menschen haben dieses Jahr in der Schweizer Landwirtschaft ihr Leben verloren – das sind mehr als in einem durchschnittlichen Jahr. Der Bauernverband ist alarmiert.

Der jüngste landwirtschaftliche Todesfall ereignete sich am Wochenende in Schänis: Ein 13-jähriger Bub war mit seiner Mutter dabei, die Kühe zu füttern, als er im Heustock von einem Futter- und Streumischer erfasst und tödlich verletzt wurde (FM1Today berichtete).

Schwierigere Bedingungen

Dieses Jahr gab es bereits über 30 Landwirtschaftstote, das sind mehr als normalerweise während eines ganzen Jahres. «Die Häufung der Fälle bereitet uns grosse Sorgen», sagt Markus Ritter, Präsident des Schweizer Bauernverbandes. Laut dem St.Galler CVP-Nationalrat verspüren Landwirte bei ihrer Arbeit einen grösseren Druck. «Die Hektik in unseren Betrieben hat sicherlich zugenommen. Wir haben grössere Betriebe und müssen mehr leisten.» Die Hilfe von Familienmitgliedern bleibe oft aus. «Damit steigt die Unfallgefahr.»

Hitzesommer spielte Rolle

Die Beratungsstelle für Unfallverhütung und Landwirtschaft (BUL) vermutet, dass ein weiterer Faktor für die vielen tödlichen Unfälle verantwortlich ist: «Wahrscheinlich sind sie auf das Wetter zurückzuführen», sagt Thomas Bachmann, technischer Leiter bei der BUL. Wegen der trockenen Böden sei es zu einigen schweren Unfällen mit Fahrzeugen gekommen, die am Hang unterwegs waren, umkippten und abrutschten. Aber auf Unaufmerksamkeit und Ablenkung würden eine Rolle spielen.

Der Bauernverband will handeln und Leute in der Landwirtschaft an Schulungen und Infoanlässen sensibilisieren. Welche Tipps ein Rheintaler Landwirt hat, um Unfälle zu vermeiden, siehst du im TVO-Beitrag:

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Laurien Gschwend
Quelle: red.
veröffentlicht: 24. Oktober 2018 18:57
aktualisiert: 24. Oktober 2018 18:57