Energiemangellage

Heizen nur bis 19 Grad – keine Kontrollen im Kanton St.Gallen

24. September 2022, 19:04 Uhr
In den Schweizer Haushalten soll es aufgrund des Energiemangels diesen Winter nicht wärmer als 19 Grad werden. Ob diese Vorgabe eingehalten wird, will der Kanton St.Gallen aber nicht kontrollieren. Trotzdem fordert die Konferenz der kantonalen Energiedirektorinnen und -direktoren den Bundesrat dazu auf, zu prüfen, ob Stromverschwender gebüsst werden sollen.
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Im Falle einer Gasmangellage sollen Wohnungen in der Schweiz nicht mehr über 19 Grad geheizt werden. Das sieht der Plan des Bundesrats vor. Aktuell sind Raumtemperaturen von 19 Grad nur eine Empfehlung.

«Alle sollen sich am Riemen reissen»

Das solle auch so bleiben, sagt Fredy Fässler, St.Galler Regierungspräsident und Vorsteher des Sicherheits- und Justizdepartements: «Das, was wir jetzt an Strom, Gas und anderen Energieträgern sparen, steht uns dann im Februar zur Verfügung. Dann droht uns erst der Mangel. Darum ist es wichtig, dass sich alle jetzt schon am Riemen reissen. Das aber freiwillig und nicht im Sinne von Kontrollen durch die Polizei.»

Trotzdem fordern die Kantone, dass der Bund einen Strafenkatalog ausarbeitet, um Energiesünder zu büssen. Aktive Kontrollen soll es in St.Gallen aber nicht geben. Hingegen wolle man ausgehend von Hinweisen aus der Bevölkerung handeln. «Es gibt eine gesetzliche Grundlage für Sanktionen. Das ist im Gesetz über die wirtschaftliche Landesverordnung verankert. Dort sind Freiheitsstrafen von bis zu drei Jahren vorgesehen. Aber es hat natürlich niemand daran gedacht, dass irgendwann eine Heizbeschränkung eingeführt werden würde. Gestützt auf diese Strafbestimmung muss man ein ordentliches Strafverfahren durchführen, also ein aufwendiges Verfahren», sagt Fässler. 

Entscheid des Bundesrats frühestens Ende Oktober

Ob tatsächlich ein Verbot kommen wird, ist noch völlig offen. Ein Entscheid des Bundesrats ist frühestens Ende Oktober zu erwarten. 

Die Passantinnen und Passanten machen sich wegen der Empfehlung oder gar eines künftigen Verbots bezüglich des Heizens über 19 Grad keine Sorgen. Was sie zu sagen haben, erfährst du oben im Beitrag von TVO. 

Quelle: CH Media Video Unit / Lukas Schmidt

(red.)

Quelle: TVO
veröffentlicht: 24. September 2022 19:04
aktualisiert: 24. September 2022 19:04