Hochwasser wie im Jahr 2016 möglich

Christoph Thurnherr, 13. Juni 2019, 16:52 Uhr
Die Zustände im Kanton Graubünden sind alarmierend. Obwohl die Fachstellen für Mittwoch von einer Besserung der Situation ausgingen, hat sich diese verschärft. Auch im St.Galler Rheintal werden Massnahmen getroffen, ein Hochwasser wie vor drei Jahren ist möglich.

Die Gewitter am Dienstagabend haben Bäche zu reissenden Flüssen anschwellen lassen, der Rhein trat über die Ufer. Auch der Wasserstand des Bodensees ist stark angestiegen. Die Rettungskräfte sind pausenlos im Einsatz. Gerade im Kanton Graubünden wurden viele Strassen von Murgängen unpassierbar gemacht. Gefährlich ist es aber nicht nur in Graubünden. «Wir haben im Moment eine zweite Hochwasserwelle. Aktuell entspricht der Wasserstand bei Diepoldsau etwa den Höchstwerten vom Dienstag. Aber der Pegel wird weiter ansteigen», sagt Hanspeter Wächter, Projektleiter Hochwasserschutz des Rheinunternehmens St.Gallen. Der Abflusshöhepunkt wird am Mittwochnachmittag um 16 Uhr erwartet.

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Quelle: FM1Today

Keine grossen Schäden

«Die gesamten Vorländer von Kriessern abwärts werden in der zweiten Nachmittagshälfte überflutet», so die Prognose von Wächter. Die Gegenmassnahmen sind ähnlich wie gestern: Die Pächter des Vorlands wurden informiert, Velo- und Wanderwege sind gesperrt, heikle Punkte werden intensiv überwacht. «Die Situation ist vergleichbar mit dem Hochwasser von Mitte Juni 2016», sagt Wächter. Der Rhein führe sehr viel Schwemmholz aus dem Bündnerland mit sich. Dieses muss entfernt werden, sobald das Wasser wieder auf Normalniveau ist. Das gibt viel zu tun, Schäden erwartet Wächter deswegen aber kaum.

Der Bodensee füllt sich immer mehr

Umso näher man dem Bodensee kommt, umso grösser ist das Risiko für eine Überschwemmung der Vorländer. Und da der Rhein durch den Bodensee fliesst, steigt auch dessen Wasserpegel stetig an. Momentan steht er in Rorschach bei 396,85 Metern. Bei 397,10 Metern erreicht der Bodensee an dieser Stelle die Gefahrenstufe drei von fünf. «Ab dieser Höhe müssen Anwohner die Keller kontrollieren», sagt Res Lerch vom Rorschacher Echo beim Überprüfen des Wasserstands. Der kantonale Führungsstab des Bevölkerungsschutzes St.Gallen überwacht die Situation.

Von einer Besserung geht Wächter erst gegen Ende Woche aus: «Jetzt ist der Höhepunkt erreicht. Ich hoffe, am Freitag ist bei uns wieder Normalbetrieb.» Für Rorschach wäre es gut, wenn das Wasser da bleibt, wo es hingehört: Am Wochenende findet das Städtlifest statt.

Christoph Thurnherr
Quelle: thc
veröffentlicht: 12. Juni 2019 15:43
aktualisiert: 13. Juni 2019 16:52