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«Ich bin Toni Brunners grösster Fan»

Laurien Gschwend, 24. November 2018, 11:50 Uhr
Mit dem Rücktritt des Toggenburgers Toni Brunner (44) geht für den Bernecker Kantonsrat Mike Egger (26) ein Traum in Erfüllung: Er darf den freigewordenen SVP-Sitz seines Idols im Nationalrat einnehmen. Eine grosse Ehre, wie er im Interview sagt.
Mike Egger, letzte Nacht wurde bekannt, dass Toni Brunner nach 23 Jahren im Nationalrat zurücktreten wird. Wie haben Sie davon erfahren, dass Sie für ihn nachrücken dürfen?

Ich war mit meinen Kollegen Raclette essen, als mich mein damaliger Wahlkampfleiter plötzlich schubste, mir gratulierte und meinte, ich würde womöglich in den Nationalrat nachrutschen. Darauf habe ich nur geantwortet, er solle «nicht so einen Seich erzählen». Nachdem mein Handy mehrere Male geläutet hatte, habe ich die Nachricht auch gesehen. Ich werde nachrutschen für einen ganz grossen Mann.

Sie werden die Aufgabe also annehmen?

Wenn das offizielle Schreiben wirklich kommt – dann glaube ich es wohl auch erst – werde ich die Aufgabe selbstverständlich annehmen, und zwar voller Freude. Ich werde mein Bestes geben, um mich für die Ostschweiz, den Kanton St.Gallen und natürlich meine Heimatgemeinde Berneck in Bern einzusetzen.

Haben Sie den Aufstieg nach Bundesbern letzte Nacht gefeiert?

Nein, wir haben nicht die ganze Nacht gefeiert. Ich konnte aber definitiv nicht mehr schlafen nach dieser Nachricht. Ich war perplex, überrascht, da gehen ganz viele Emotionen mit einem durch. Mehr oder weniger lag ich die ganze Nacht wach im Bett.

Sie möchten im Nationalrat Ihre Heimat vertreten. Was sind daneben Ihre wichtigsten Anliegen?

Es gibt eine Menge Baustellen, die es zu lösen gilt. Ich denke beispielsweise an Krankenkassenprämien, welche die Leute gesamtschweizerisch plagen, oder an die Verschärfung gewisser strafrechtlicher Angelegenheiten. Bereits im Kantonsrat habe ich mich gegen die Verjährung von Morden stark gemacht. Ich bin zuversichtlich, dass etwas gehen wird.

Wie auch Toni Brunner bei seinem Amtsantritt starten Sie als sehr junger Politiker im Nationalrat. Glauben Sie, genügend Erfahrung mitzubringen, um in seine Fussstapfen zu treten?

Toni Brunner ist ein absolutes Ausnahmetalent in der Politik und als Persönlichkeit. Schon als kleiner Bub kannte ich ihn – seit ich 14 Jahre alt war, gehöre ich zu seinen grössten Fans. Er ist extrem authentisch, es sind riesige Fussstapfen, die er hinterlässt. Ich gebe das Beste, diese zu füllen, werde aber auch meinen eigenen Weg gehen.

Interview: Laurien Gschwend

Toni Brunners Rücktritt im Videobeitrag:

Laurien Gschwend
veröffentlicht: 24. November 2018 09:39
aktualisiert: 24. November 2018 11:50