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Kühles Grab

Im Bodensee liegen über 100 Leichen

Ida Sandl / St.Galler Tagblatt, 4. August 2021, 06:19 Uhr
Die Anrainerstaaten des Bodensees führen eine gemeinsame Statistik über die auf oder im See verstorbenen Menschen. Aus der Statistik geht hervor, dass nicht alle Leichen gefunden werden.
Blick auf den Bodensee, von Konstanz aus.
© KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER

102 Tote liegen gemäss der Statistik auf dem Seegrund. Genau weiss es niemand. Die meisten Menschen sterben bei Schiffsunfällen, ertrinken beim Baden, andere scheiden freiwillig aus dem Leben. Aber warum tauchen einige Leichen auf, während andere für immer verschwinden?

Das liege an der Temperatur, sagt Marcel Kuhn, Polizeitaucher und Dienstchef der Seepolizei Thurgau, gegenüber dem «St.Galler Tagblatt». Ab einer Tiefe von 20 Metern sei das Wasser das ganze Jahr vier Grad kalt und es entstünden kaum Gase, die für den Auftrieb der Leiche sorgen würden. Falls doch, kann es sein, dass sich trotzdem ein Toter in einem Fischernetz verheddert, manchmal auch nur Leichenteile wie Knochen.

In den letzten zwei Jahren wurden in der St.Galler Rechtsmedizin 22 Wasserleichen untersucht, drei davon waren im Bodensee ums Leben gekommen. Wasserleichen zählen zu den aussergewöhnlichen Todesfällen, deshalb werden die Toten im Auftrag der Staatsanwaltschaft untersucht.

Ida Sandl / St.Galler Tagblatt
Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 3. August 2021 18:16
aktualisiert: 4. August 2021 06:19