Im Extremfall werden Kühe geschlachtet

Nina Müller, 1. August 2018, 09:19 Uhr
Immer noch fehlt Futter - Die Bauern leiden immer noch an den Folgen des Hitzesommers.
© iStock/southerlycourse
Wegen der anhaltenden Hitzewelle geht den Bauern in der Ostschweiz langsam das Futter für ihre Kühe aus. Im äussersten Fall müssen die Tiere geschlachtet werden.

Die Kühe werden im Moment mit dem Wintervorrat gefüttert. Doch was geschieht, wenn dieser aufgebraucht ist? Im Extremfall bleibt den Bauern nichts anderes übrig, als die Tiere wegen Futtermangel zu schlachten.

Wiesen geben zu wenig Futter

Der Bauer Paul Wehrli aus Züberwangen muss seinen Kühen den Mais, der eigentlich für den Winter gedacht ist, verfüttern. Die Wiesen sind ausgetrocknet und geben deshalb viel zu wenig Heu. Langsam aber sicher geht die Hitzewelle dem Bauern an die Substanz. «Es ist nervenaufreibend und man wartet auf Regen. Die Natur leidet wie verrückt und es ist natürlich auch gefährlich für die Umwelt», sagt Wehrli.

Kühe müssen wegen Futtermangel geschlachtet werden

Regen ist leider keiner in Sicht. Paul Wehrli hat auch die Wintervorräte bald aufgebraucht. Der Bauer rechnet mit dem schlimmsten. Er geht davon aus, dass er einen Drittel seiner Kühe wegen Futtermangel schlachten werden muss. Auf dem Markt gibt es kaum Futter und das vorhandene ist sehr teuer. Deshalb ist das Schlachten der Tiere für viele Bauern die günstigere Variante.

Schlachtung führt zu Überangebot an Fleisch

Der Geschäftsführer des Bauernverband St.Gallen, Andreas Widmer denkt, dass es in zwei bis drei Wochen ohne Regen soweit sein wird. «Wenn es so weiter geht werden wir sehr viele Tiere haben, die auf die Schlachtbank geführt werden müssen. Das bedeutet wiederum ein Überangebot von Fleisch auf dem Markt», sagt Widmer.

Debakel für Landwirtschaft

Auch die Obstbranche leidet unter der Hitze. Wegen des Wassermangels können sie beispielsweise die Äpfel nicht zur Reife bringen. Andreas Widmer rechnet auch hier mit grossen Ausfällen. Die Hitzewelle ist für die Landwirtschaft ein Debakel, das es schon lange nicht mehr gegeben hat.

Der Beitrag von TVO-Journalist Marc Sieger

Werbung

Nina Müller
Quelle: nm/mas
veröffentlicht: 31. Juli 2018 20:25
aktualisiert: 1. August 2018 09:19