Interview

Impfanmeldung im Kanton St.Gallen ab Montag: «Lassen Sie sich Zeit»

19. März 2021, 20:50 Uhr
Die St.Galler Impfchefin rechnet mit rund 300'000 Impfdosen bis Ende Juni.
© Tagblatt / Tobias Garcia
Der Kanton St.Gallen gleist seine Impfkampagne auf und will ab nächsten Montag, 22. März, Voranmeldungen für die Impfzentren entgegennehmen. Eile sei für die Impfwilligen jedoch nicht geboten, sagt Karin Faisst, Leiterin des kantonalen Amts für Gsundheitsvorsorge im Interview.

Ab Montag, dem 22. März 2021 ermöglicht der Kanton St.Gallen der breiten Bevölkerung die Anmeldung auf die Warteliste zur Corona-Impfung in einem der vier Impfzentren in St.Gallen, Rapperswil-Jona, Wil und Buchs. Dies obwohl Impfstoff in der Schweiz nach wie vor Mangelware ist – und die Risikogruppen noch nicht vollständig geimpft sind.

Warum kann sich ab Montag trotzdem jeder im Kanton anmelden?
Karin Faisst: Wir haben immer angekündigt, dass wir die Impfzentren öffnen, wenn mehr Impfstoff kommt. Wir hoffen, dass dies im Mai und Juni so weit ist.

Mehr Impfstoff ist also in Aussicht und mit den Anmeldungen will der Kanton nun die breite Impfkampagne aufgleisen und planen?
Genau. Es ist angekündigt, dass mehr Impfstoff kommt. Die Impfzentren werden ab April bereit sein.

Rechnen Sie mit vielen Anmeldungen?
Ja, selbstverständlich! Aktuell gibt es viele, die geimpft werden möchten und keine Möglichkeit haben. Wir sind immer noch daran, die höchste Prioritätengruppe gemäss BAG-Kriterien zu impfen. Bis jetzt haben wir 75'000 Impfdosen verabreicht. Wenn wir davon ausgehen, dass sich mindestens die Hälfte der Einwohner St.Gallens impfen lassen will, brauchen wir mehr als eine halbe Million Dosen.

Wie ist der Stand bei den Risikogruppen?
Noch kein Kanton ist bei dieser Gruppe durch, auch St.Gallen nicht. Die Impfungen in den Heimen sind aber am 25. März abgeschlossen. Das sind rund 6500 Personen, die dann vollständig geimpft sein werden.

Mit den Impfzentren wird der Aufwand allerdings deutlich kleiner. 
Genau. Mit mobilen Impfteams in Heime zu gehen ist deutlich aufwendiger, als wenn die Menschen ins Impfzentrum kommen.

Sollten die jüngeren, weniger gefährdeten Personen ins Impfzentrum gehen und nicht zum Hausarzt?
Nein, das ist so nicht vorgesehen. Man kann sich jetzt fürs Impfzentrum registrieren, aber man kann auch abwarten und dann zum Hausarzt gehen. Die Impfungen sollen parallel laufen – es soll nicht so sein, dass die Hausärzte noch bei den 65-Jährigen sind und die Impfzentren bereits 40-Jährige impfen.

Kann man sich nach der Registrierung auch wieder löschen lassen?
Das kann ich im Moment nicht beantworten. Wir sind derzeit mit der Anmeldung beschäftigt.

Wie viele Impfdosen hat der Kanton St.Gallen für die nächsten Monate in Aussicht?
Natürlich gibt es da immer noch viele Unsicherheiten. Angekündigt sind 140'000 bis 160'000 Impfdosen im Mai und dann nochmals im Juni.

Dann werde ich mich am Montag anmelden. 
Lassen Sie sich ruhig Zeit. Es kommt nicht darauf an, ob Sie sich am Montag anmelden oder am Dienstag. Wichtig ist, dass Sie sich anmelden. Der Zeitpunkt der Anmeldung hat keinen Einfluss auf den Impftermin. Eine ältere Person, die sich im April anmeldet, kommt früher dran, als jemand junges mit einer Anmeldung im März.

(red.)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 19. März 2021 13:23
aktualisiert: 19. März 2021 20:50