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Bibergin

Inspiriert von der Heimat: St.Galler heimst Preise für seine Gins ein

Krisztina Scherrer, 9. Juni 2021, 11:49 Uhr
Benjamin Brunner ist 27-jährig, studiert und lebt in St.Gallen. Seit gut zwei Jahren ist er im Gin-Geschäft. Aus einer anfänglichen «Schnapsidee» wurde eine Leidenschaft. Das Spezielle an seinen Gins: Jedes Produkt trägt ein Stück St.Gallen in sich.
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Quelle: FM1Today

«Wenn ich die Geschichte erzähle, heisst es immer ‹Du hast sicher zu viel getrunken›. Das war lustigerweise aber überhaupt nicht der Fall», sagt der 27-jährige Benjamin Brunner. Die Idee, einen eigenen Gin zu kreieren, kam ihm bei einem Apéro: Er hatte Gin eigentlich nicht gerne, aber wollte dem alkoholischen Getränk eine Chance geben. «Die Gins hatten feine Geschmäcke wie Orange und Ingwer. Ich fand, es habe Parallelen zum Biberli und so kam eines zum anderen.»

Gleich für seinen ersten Gin erhielt der 27-Jährige mehrere Auszeichnungen. Zum Beispiel am internationalen Wein und Spirituosen Wettbewerb 2020 holte er für den «Bibergin» Bronze. «Als ich mit dem «Bibergin» im Jahr 2019 begonnen habe, war das Neuland für mich. Ich kannte mich im Prozess der Destillation nicht gross aus. In der Brennerei hatten wir bei der ersten Muster-Brennung einfach einmal einen Biber im geschmacksneutralen Alkohol destilliert.» Über 22 «Versuche», also Musterbrennungen, und fast ein Jahr Arbeit an der Produktentwicklung hat es gebraucht, bis der «Bibergin» den Geschmack erhielt, den er jetzt hat.

Ausbildungen helfen ihm bei der Gin-Entwicklung

Die Ausbildungen von Brunner haben ihm in die Karten gespielt: Er ist gelernter Konditor- Confiseur und hat nach seiner Lehre noch die Ausbildung zum Bäcker-Konditor angehängt, die Berufsmatura nachgeholt und zwei Jahre Biomedizin studiert. Während einer Auszeit hat er angefangen das Geschäft aufzubauen. Die Destillerie Brunner, früher Bibergin GmbH, mit Sitz in der Stadt St.Gallen. «Es ist schon von Vorteil, wenn man einen Lebensmittelbackground hat und die Aromaschulung gemacht hat.» Auch sein jetziges Wirtschafts- und Rechts-Studium hilft ihm.

Ein Gin für jede Jahreszeit

Der Erfolg des «Bibergins» hat ihn wohl angetrieben: Mittlerweile hat Benjamin Brunner acht verschiedene Ginsorten im Angebot. Zum Beispiel hat er verschiedene Sorten für jede Jahreszeit konstruiert. Alle mit ein bisschen St.Gallen in sich. Der «Lindengin» repräsentiert den Sommer. «Inspiriert von den Dreilinden und den drei Weieren – dort wo wir St.Galler den Sommer spüren.» Im Frühling ist es der «Spitzengin», mit echter St.Galler Stickerei auf der Flasche, der mit Rosen und Lavendel an frische Blumen erinnern soll. Der «Edelholzgin» erinnert an den Herbst, wenn das Holz duftet und die ersten Blätter fallen, da hat er sich von den Erkern in der Altstadt inspirieren lassen. Für den Winter gibt es den «Bibergin», an Anlehnung an die Samichlaus-Zeit. "Meine Gins gehen in eine neue Richtung. Es steht also nicht nur der Wachholder im Vordergrund, sondern auch andere Geschmacksrichtungen.

«Will das heimische in meine Gins reinnehmen»

Bei seinen Gins ist Brunner die Regionalität wichtig. Alle haben eine Anlehnung an seine Heimatstadt. «Ich bin in St.Gallen aufgewachsen, habe hier meine Freunde und Familie. Es ist mir ein Anliegen, das auch nach Aussen zu tragen und das Heimische in meine Gins reinzunehmen.» Dafür arbeitet er mit Leuten aus der Region zusammen, mit Kräuterbauern aus dem Appenzell zum Beispiel.

Brunner führt sein Geschäft alleine, hat keine Mitarbeiter und ist zuständig für die Produktentwicklung, die Herstellung und den Vertrieb. Er arbeitet etwa einen Tag in der Woche für seine Gin-Produktion. Der 27-Jährige konnte bisher etwa 3500 Ginflaschen verkaufen und einige Preise einheimsen: Unter anderem holte er für den «Lindengin» Gold am «Concours international de Lyon», wie auch internationales Gold in London für den besten fassgelagerten Gin der Schweiz. «Für ein Startup war der Beginn zufriedenstellend, wobei Corona nicht vergessen werden darf.»

Brunner steht auch schon mit seinem neusten Produkt in den Startlöchern: Ein Wodka, der mit der Kartoffelsorte «blauer St.Galler» hergestellt wird. Dieser soll noch diesen Sommer auf den Markt kommen und trägt wieder ein bisschen St.Gallen in sich.

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 12. Juni 2021 12:02
aktualisiert: 9. Juni 2021 11:49