Erstes in der Ostschweiz

«Investition in die Zukunft» – das Wasserstoffkraftwerk Kubel wird in Betrieb genommen

17. November 2022, 19:54 Uhr
Am 17. November wurde in St.Gallen das rote Band durchgeschnitten. Das Wasserstoffkraftwerk Kubel wurde in Betrieb genommen und ist somit das zweite in der ganzen Schweiz und ein kleiner Schritt Richtung CO2-emissionsfreie Zukunft.

Quelle: TVO

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Am Donnerstagmorgen wurde in St.Gallen mit zwei Monaten Verspätung das Wasserstoffkraftwerk Kubel in Betrieb genommen. Nach fünf Jahren Planungszeit und einem Jahr Bauzeit wurde am Donnerstag kurz vor 11 Uhr das rote Band durchgeschnitten.

Wichtiger Meilenstein in eine emissionsfreie Zukunft

«Wir sind stolz darauf, das Kraftwerk Kubel heute in Betrieb nehmen zu dürfen», sagt Walter T. Vogel, Verwaltungsratspräsident der St.Gallisch-Appenzellischen Kraftwerke (SAK). Das neue Wasserstoffkraftwerk Kubel ist das erste seiner Art in der Ostschweiz und das zweite schweizweit.

Im Kraftwerk Kubel in St.Gallen wird aus Wasser Wasserstoff hergestellt. Dieser wird komprimiert und in wasserstoffbetriebene Autos vertankt. Durch sogenannte Elektrolyse wird im Auto aus dem Wasserstoff Energie, welche das Auto antreibt und Wasserdampf, der wieder in die Umwelt entflieht.

«Der Strom, welcher für die Herstellung von Wasserstoff gebraucht wird, stellen wir durch Wasserenergie ebenfalls direkt im Kraftwerk Kubel her», sagt Martin Osterwalder, Verwaltungsratspräsident der Wasserstoffproduktion Ostschweiz (WPO). So ergibt sich ein Energiekreislauf, welcher vollkommen CO2-frei ist mit sogenanntem grünem Wasserstoff.

Ostschweiz hat eine Vorreiterrolle 

«Mit dem Bau des Wasserstoffkraftwerks haben wir in die Zukunft investiert», sagt Susanne Hartmann, Regierungsrätin von St.Gallen. Wasserstoff sei eine gute Möglichkeit, sich von fossilen Brennstoffen zu lösen.

Das Kraftwerk Kubel produziere 250'000 Kilogramm Wasserstoff. Damit könnten 50'000 Kilogramm CO2 eingespart werden. Die CO2-Emissionen würden dadurch halbiert werden, so Hartmann.

Auch die Europäische Union investiere enorm in die Wasserstoffproduktion. «Das Potenzial von Wasserstoff ist riesig und international ein grosses Thema», sagt Marc Mächler, Vorsteher des Finanzdepartements.

Wasserstoff im Kraftwerk Kubel 

Die Vision für ein Wasserstoffkraftwerk in St.Gallen entstand vor fünf Jahren. Damit dieses Projekt realisiert werden konnte, schlossen sich die SAK und die Osterwalder Gruppe zusammen und gründeten das Joint-Venture «Wasserstoffproduktion Ostschweiz AG».

«Nur durch die Partnerschaft konnte das Projekt realisiert werden und auch nur durch Zusammenarbeit werden künftige Projekte realisiert werden können», sagt Susanne Hartmann.

Im September 2021 wurde mit dem Bau begonnen. Es hätte viele Hürden und Projektänderungen gegeben sowie auch grosse Herausforderungen. Durch den Ukraine-Krieg sei es zu Lieferverzögerungen gekommen, weswegen man die erste Ladung Wasserstoff mit sechs Monaten Verspätung produzierte.

Reto Zuglian, Projektleiter des Wasserstoffkraftwerkes Kubel ist jedoch sehr zufrieden. «Ich habe heute ein zweites Weihnachten.» Sie seien zwar noch lange nicht am Ende, seien aber zuversichtlich, dass es gut kommt.

Kleiner Schritt Richtung Zukunft

Die verschiedenen Parteien sind sich über das Ziel einig. «Wir wollen grünen Wasserstoff in der Region für die Region produzieren, in der Region verteilen und in der Region auch wieder verwenden können», sagt Martin Osterwalder.

Langfristig möchte man von den fossilen Brennstoffen wegkommen und den Wasserstoff vorantreiben. Um Wasserstoff herzustellen, möchte man das Kraftwerk Kubel mit Solarenergie ausbauen und für die Produktion nur Überschussenergie brauchen. «Momentan ist dies aber noch nicht der Fall», so Osterwalder.

2020 wurden die ersten Wasserstofflastwägen in die Schweiz importiert und momentan sind auf den Schweizer Strassen 47 solche Lastwägen unterwegs. «Im Gegensatz zu den Lastwagen, welche mit fossilen Brennstoffen betrieben werden, ist dies noch eine sehr kleine Zahl, jedoch sind wir erst am Anfang der ganzen Produktion.»

In der Ostschweiz sind mittlerweile zwei neue Projekte geplant, ebenso gibt es auch schweizweit einige Projekte, welche realisiert werden sollen. Genauere Aussagen wollten die Beteiligten nicht machen. Jedoch sei der grosse Wunsch da, dass die Entwicklung weitergeht.

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 17. November 2022 19:54
aktualisiert: 17. November 2022 19:54