Jährlicher Höhenflug am Flugplatz

Christoph Thurnherr, 22. Januar 2019, 08:10 Uhr
Wichtige Politiker bleiben dieses Jahr dem WEF in Davos fern. Für den Flugplatz Altenrhein spielt das keine Rolle: Dort herrscht in dieser Woche Hochbetrieb. Es gibt auch schon Pläne für den Fall, dass das WEF nicht mehr in Davos stattfinden sollte.

Langsam schält sich der Umriss eines Flugzeugs aus dem wolkenverhangenen Himmel. Besonders gross ist es nicht, so wie die meisten Flugzeuge, die den Flugplatz Altenrhein an – oder von dort wegfliegen. In der Regel befindet sich etwa ein Dutzend Personen an Bord eines solchen Fliegers. Die Landung ist Routine – das Flugzeug setzt auf und kommt einige Hundert Meter weiter zum stehen. Das beeindruckt weder die Störche direkt neben dem Rollfeld, noch das Flugpersonal. Sie haben das schon hunderte Male gesehen und werden das während der nächsten Drei Tage noch ein paar weitere Hundert Mal sehen. Denn viele der Wirtschaftsbosse der Welt finden den Weg nach Davos über den kleinen Flugplatz Altenrhein.

Der Beitrag von TVO

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Die Promis spielen keine Rolle

Einige der ganz grossen Fische kommen dieses Jahr aufgrund von Problemen im eigenen Land nicht ans Weltwirtschaftsforum. Allen voran US-Präsident Donald Trump, der mit dem längsten Shutdown der Geschichte zu kämpfen hat – aber auch die britische Premierministerin Theresa May (Brexit) und der französische Präsident Emanuel Macron (Gelbwesten-Proteste) haben dringendere Punkte auf der ihrer Agenda. Auf den Flugplatz Altenrhein hat dies jedoch keine Auswirkungen. Staatsleute mit politischer Immunität reisen sowieso über den Flughafen Zürich an, nur so kann deren Schutz durch Militär und Polizei gewährleistet werden.

Wichtige Einnahmequelle

Auch wenn Altenrhein nicht auf die «ganz grossen Tiere» angewiesen ist: Eine wirtschaftliche Bedeutung hat das WEF nicht nur für die Welt, sondern auch für den Regionalflugplatz . «Das WEF bringt uns etwa soviel ein, wie ein ganzer Monat Flugbetrieb», sagt CEO Thomas Mary. Bei etwa 400 zusätzlichen Flügen wegen des WEFs überrascht das nicht. Klar, dass da alle mit anpacken müssen: Ende Januar gilt ein Ferienverbot. Alle Festangestellten und freie Mitarbeiter sind im Einsatz, um den massiven Flugverkehr zu bewältigen.

Das Interview mit dem CFO des Flugplatzes Altenrhein, Thomas Mary

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Das könnte sich in Zukunft ändern: nächstes Jahr ist die Eröffnung des Dienstleistungszentrums «the circle» in der Nähe des Flughafens Kloten geplant. «the circle» ist momentan noch die grösste Baustelle der Schweiz, gilt aber als möglicher neuer Veranstaltungsort für das WEF. Thomas Mary räumt ein, dass dies auch für Altenrhein Veränderungen bedeuten könnte: «Natürlich würden die Teilnehmer dann nicht mehr in Altenrhein landen. Aber Zürich hat keinen Platz für all die Flugzeuge. Diese würden dann wahrscheinlich bei uns untergebracht werden.» Platz dafür gibt es in Altenrhein. Der neue Riesenhangar C6 ist noch keine Woche alt.

(thc)

 

Christoph Thurnherr
veröffentlicht: 21. Januar 2019 19:48
aktualisiert: 22. Januar 2019 08:10