Coronavirus

Jetzt werden Benzin und Heizöl noch günstiger

Noémie Bont, 10. März 2020, 14:12 Uhr
Wegen der Erdölpreissenkung wird Avia von Heizölkäufen überrennt.
© Tagblatt
Das Heizöl ist so günstig wie schon seit fünf Jahren nicht mehr und auch die Treibstoffpreise purzeln nach unten. Nach der grossen Preissenkung des Erdöls anfangs Woche gehen Experten davon aus, dass wir noch lange von dieser Entwicklung profitieren können.

Als Treibstoff, Heizöl und als Rohstoff in der Industrie – Erdöl wird vielseitig gebraucht. Nicht aber, wenn die Welt, wie zurzeit wegen des Coronavirus, in einer gesundheitlichen Krise steckt. Viele Produktionen in China wurden gestoppt. Die Nachfrage nach dem Rohstoff Erdöl ist sehr gering.

Gleichzeitig konnte sich Russland nicht mit der internationalen Erdöl-Organisation «Opec» über die weltweite Fördermenge und den Ölpreis einigen. Deshalb besteht ein Überangebot an Erdöl. Das lässt anfangs Woche die Preise purzeln. Sie sind um ein Viertel eingebrochen. 

Benzin 6 Rappen günstiger

Profitieren können da vor allem alle Autofahrerinnen und Autofahrer. «Am Montag ist der Bezinpreis um drei Rappen gesunken und sollte im Verlauf dieser Woche um weitere drei Rappen nach unten korrigiert werden», sagt Thomas Osterwalder, Geschäftsführer von Avia Osterwalder St.Gallen. Der Benzinpreis ist seit Montag an gewissen Tankstellen unter einen Franken fünfzig gefallen. «So ein drastischer Preisrückgang habe ich noch nie erlebt», so Osterwalder.

Viele wollen Jahresration an Heizöl

Das Gleiche gilt für das Heizöl – auch dieses kostet so wenig wie schon seit fünf Jahren nicht mehr. «Zurzeit zahlt man 67 Franken pro 100 Liter Heizöl. Das sind 25 Franken weniger als noch vor einem Jahr.» Für einen 3000 Liter-Tank zahlt man im Moment also 750 Franken weniger, als noch im 2019. Das lässt bei den Heizöl-Vertreibern, wie bei Osterwalder, die Telefone heiss laufen. «Wir haben viele Firmen, die wegen des niedrigen Preises den ganzen Jahresbedarf an Heizöl kaufen», sagt Thomas Osterwalder.  

Gut für die Heizöl-Verbraucher, weniger gut aber für die Vertreiber. «Auf das bereits gekaufte Öl haben wir jetzt 30 Prozent Verlust. Das ist schon sehr viel.»

«Öl wird noch lange günstig sein»

Die Entwicklung des Erdölpreises hängt davon ab, ob und wie sich die Coronavirus-Situation auf der Welt verändert und ob sich die Erdöl-Förderländer, also «Opec», angeführt durch Saudi-Arabien und Russland, über die weltweite Produktionsmenge und den Preis einig werden. «Wir gehen davon aus, dass sich der Preis nach dem Absturz stabilisieren wird. Ein Barrel, also 159 Liter Öl, sollte im zweiten Quartal 50 Dollar kosten», sagt Fabian Bilger, stellvertrender Geschäftsführer, der Schweizer Erdöl-Vereinigung «Avenergy Suisse». Zum Vergleich: Im Januar 2020 kostete ein Barrel im Schnitt 63 Dollar. 

Diese Einschätzungen teilt auch Geschäftsführer Thomas Osterwalder in St.Gallen. «Wir werden längere Zeit vom sehr, sehr günstigen Erdöl profitieren können.»

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 10. März 2020 16:18
aktualisiert: 10. März 2020 14:12