Kantonsrat St.Gallen

Keine strikteren Vorgaben für die Jagd im Kanton St.Gallen

21. September 2022, 15:45 Uhr
Der St.Galler Kantonsrat will keine Verschärfung der Vorgaben für die Jagd auf Rotwild. Die Mehrheit hat am Mittwochnachmittag nach längerer Diskussion eine Kommissions-Motion abgelehnt, die von der Regierung unterstützt wurde.
Schiessen die St.Galler Jägerinnen und Jäger zu wenig Hirsche? Das Parlament will die Vorgaben nicht ändern. (Symbolbild)
© KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER

In der Debatte ging es um die Frage, ob die drei Rotwildhegegemeinschaften (RHG) im Kanton jeweils genügend Hirsche schiessen - oder ob es deswegen zu hohe Wildschäden gibt.

Die vorberatende Kommission zum Jagdgesetz hatte kritisiert, dass die Vorgaben für die Abschüsse nicht wie gewünscht funktionierten. Die Folge sei ein starker Anstieg der Rotwildpopulation. Es brauche nun die Möglichkeit, die Hegegemeinschaften stärker in die Pflicht nehmen zu können, um die Abschusszahlen durchsetzen zu können.

Schon zwei Wochen vor der Session hatte sich Revierjagd St.Gallen, der Dachverband der St.Galler Jagdvereine, gegen die Motion in Stellung gebracht. Der Verband bestritt, dass überhaupt gehandelt werden muss. Im Kanton St.Gallen sei die «Abschusserfüllung» hoch. Zudem verursachten Hirsche nur geringe Wildschäden.

In der Debatte zeigte es sich, dass die meisten Fraktionen in dieser Frage gespalten sind. Zustimmung zur Motion gab es vor allem von Vertreterinnen und Vertretern der Landwirtschaft. Die Jagd funktioniere gut, und was gut funktioniere, solle man nicht ändern, hiess es von den Gegnern. Schliesslich wurde die Motion mit 70 gegen 42 Stimmen bei zwei Enthaltungen abgelehnt.

Quelle: sda
veröffentlicht: 21. September 2022 15:45
aktualisiert: 21. September 2022 15:45
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