Anzeige
St.Gallen

Keine vermehrten Klagen: Stadt ist zufrieden mit «mediterranen Nächten»

Nico Conzett, 8. November 2021, 11:14 Uhr
Mit dem Pilotprojekt «Mediterrane Nächte» will die St.Galler Regierung bessere Rahmenbedingungen für das Nachtleben in der Stadt ermöglichen. Das Fazit zur ersten Testphase fällt positiv aus – einen Zusammenhang zu den Lärm- und Abfallproblemen im St.Galler Bermuda-Dreieck gibt es laut Stadträtin Sonja Lüthi nicht.
Gerammelt voll: So sah es im Juni im St.Galler Bermudadreieck an den Wochenenden aus. (Archivbild)
© Urs Jaudas/Tagblatt

Mittelmeer-Feeling in der Ostschweiz: Ein solches soll mit dem Projekt «Mediterrane Nächte» in den St.Galler Gassen aufkommen. Konkret geht es beim Pilotversuch darum, dass insgesamt 29 Gastro-Betriebe, die ihre Aussenbereiche jeweils früher schliessen mussten, diese nun bis 1 Uhr nachts offen halten durften. Die Regelung galt an Freitagen und Samstagen zwischen Anfang Juni und Ende August.

Positive Zwischenbilanz

Nun zieht die Stadt eine erste Zwischenbilanz. Diese fällt positiv aus. Es sei weder zu vermehrten Klagen seitens Anwohnerinnen und Anwohnern gekommen, noch hätten die stichprobeweisen ausgewerteten Lärmmessungen eine erhöhte Belastung ergeben, schreibt die Stadt in einer Medienmitteilung.

Zumindest einige Anwohnerinnen und Anwohner des Bermudadreiecks dürften diesbezüglich eine andere Wahrnehmung haben. Auf der St.Galler Partymeile kam es im Juni mehrmals zu Lärm- und Abfalleskapaden der Feierfreudigen. Wohl, weil damals die Clubs noch massnahmenbedingt geschlossen waren und das Partyvolk sich in den Gassen getroffen hat. Aber auch aufgrund der «Mediterranen Nächte»?

Stadträtin sieht keinen Zusammenhang mit Problemen im Bermuda-Dreieck

Gemäss Stadträtin Sonja Lüthi besteht kein Zusammenhang zwischen dem Pilotprojekt und den Bermuda-Problemen. Zwar sei wegen der Fussball-EM und dem damals guten Wetter ein «übermässiger Personenaufmarsch» im Bermuda-Dreieck zu verzeichnen gewesen: «Dabei handelte es sich vermehrt um junge Personen, welche mit mitgebrachten Getränken und Musikboxen ihre eigene Party in den Gassen feierten», sagt Lüthi gegenüber FM1Today. Nebst den Anwohnenden hätten sich auch die ansässigen Lokalbetreibenden sehr unerfreut über diese Entwicklung und die damit verbundenen negativen Begleiterscheinungen gezeigt. Lüthi hält fest: «Die Situation stand nicht im Zusammenhang mit dem Betrieb der Aussenrestaurationen. Folglich besteht auch keine Verbindung zum Pilotversuch.»

Vielmehr führt Lüthi die damals aufmarschierten Menschenmassen nebst den erwähnten Punkten auch auf den «coronabedingten Nachholbedarf des Ausgehvolkes» zurück, welche die Startphase des Pilotversuchs geprägt habe.

Projekt geht in die zweite Runde

Aufgrund des positiven Fazits will die Stadt den Pilotversuch wie geplant weiterführen. Im Sommer 2022 soll das Projekt unter gleichen Bedingungen erneut stattfinden – vielleicht spielt dann auch das Wetter noch besser mit und ermöglicht einige zusätzliche Nächte mit Mittelmeer-Feeling in der St.Galler Kantonshauptstadt.

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 8. November 2021 11:15
aktualisiert: 8. November 2021 11:14