Neuerung

Klammheimlich: St.Galler Polizei nutzt Abstands-Messsystem schon zwei Wochen

Svenja Graf, 25. November 2022, 16:19 Uhr
Vor rund einem Monat wurde es angekündigt, nun wird das Messsystem bereits genutzt. Damit sollen in St.Gallen Abstandssünder gefunden und bestraft werden. In Facebook-Gruppen wird davor gewarnt, doch das ist eigentlich nicht erlaubt.
Das neue Messsystem der Kantonspolizei St.Gallen ist bereits seit zwei Wochen in Betrieb.
© Kantonspolizei St.Gallen
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«Oberbüren Richtung St.Gallen drei Pinguine auf der Brücke» – so warnt ein Facebook-Nutzer in der Gruppe «Rennleitung SG» vor Polizei-Mitarbeitenden, die offenbar etwas kontrolliert haben. Ein weiterer Nutzer antwortet darauf: «Abstandsmessung schon montiert.» Er meint damit das neue Verkehrs-Kontroll-System, welches die Kantonspolizei St.Gallen auf Ende Jahr hin angekündigt hat.

«Seit zwei Wochen in Betrieb»

Auf Nachfrage von FM1Today bei der Kantonspolizei St.Gallen zeigt sich: Die Polizistinnen und Polizisten rücken Abstandssündern tatsächlich schon auf die Pelle. «Das neue Verkehrs-Kontroll-System ist seit rund zwei Wochen in Betrieb», bestätigt Pascal Häderli, Mediensprecher der Kantonspolizei St.Gallen.

Gerade einmal zwei Wochen nach Ankündigung wurden die Kameras also schon zum ersten Mal scharf gestellt. Und das, ohne ein genaues Datum bekanntzugeben. «Es wurde offiziell auf Ende Jahr angekündigt. Ein genaues Datum konnte aus ausbildungstechnischen Gründen nicht genannt werden», so Häderli.

«Funktioniert einwandfrei»

«Das System funktioniert einwandfrei», sagt Häderli. Auch mussten bereits einige Fahrzeuglenkende zur Anzeige gebracht werden. Zu wie vielen Anzeigen es gekommen ist, kann Häderli nicht beantworten, weil die Auswertungen noch nicht abgeschlossen seien.

Das System kontrolliert den Mindestabstand und soll so die Verkehrssicherheit auf Hochleistungsstrassen weiter erhöhen. Die Mitarbeitenden wurden beim Bürerstich in Oberbüren geschult. Da das System in Bern schon lange in Betrieb ist, wurden verschiedene «Tricks und Kniffs» von dort abgeschaut.

Quelle: TVO

Auf Facebook und Whatsapp wird davor gewarnt

Facebook, Whatsapp oder Telegram sind beliebte Plattformen, auf denen vor Radaranlagen, Polizeikontrollen und offenbar seit jüngstem auch vor dem Abstands-Kontrollsystem gewarnt wird. Zum Beispiel in der Facebook-Gruppe «Rennleitung SG». Sie gehört mit über 28'000 Mitgliedern zu den grössten der Schweiz. Legal ist das Ganze aber nicht, denn sobald bekannt ist, wo eine Kontrolle durchgeführt wird, ist die Wirkung verpufft.

«Grundsätzlich ist es verboten, vor Kontrollen zu warnen. Natürlich können wir nicht alles ständig überwachen, dazu gibt es viel zu viele Plattformen, Gruppen und Kanäle. Aber sobald wir einen Hinweis erhalten, gehen wir dem selbstverständlich nach», so Häderli. Wie FM1Today berichtete, müssen Personen, die vor Blitzern und Co. warnen, mit Verzeigungen und Bussen rechnen.

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 26. November 2022 06:28
aktualisiert: 26. November 2022 06:28