Klanghaus: Günstiger und öffentlicher

Angela Mueller, 17. August 2018, 14:00 Uhr
Die Holzkonstruktion Klanghaus soll vor allem aus einheimischem Holz gebaut werden. Es ist am Schwendisee oberhalb Unterwasser  geplant.
Die Holzkonstruktion Klanghaus soll vor allem aus einheimischem Holz gebaut werden. Es ist am Schwendisee oberhalb Unterwasser geplant.
© PD
Neuer Anlauf für das Klanghaus Toggenburg: Der Bau soll eine Million Franken weniger kosten und die Stiftung übernimmt den Betrieb selbständig. Nun liegt der Ball beim Kantonsrat.

Die Enttäuschung war gross, als der Bau des Klanghaus Toggenburg im Jahr 2016 vom Kantonsrat in der Schlussabstimmung überraschend abgeschmettert wurde. Jetzt stellt die Regierung ein neues Konzept vor, das von einer regionalen Task Force überarbeitet wurde.

Es sieht geringere Baukosten von einer Million Franken vor und kostet jetzt noch 23,3 Millionen Franken. Die Stiftung Klanghaus übernimmt den Betrieb vollumfänglich, der Kanton wird somit nicht zu jährlichen Zahlungen gezwungen. Neu soll das Klanghaus auch in die Tourismusregion Toggenburg eingebettet und der Bau wird der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Öffentliche Hand wird entlastet

«Wir haben eine neue Ausgangslage für das Klanghaus geschaffen», sagt Mathias Müller, Präsident der Stiftung Klangwelt Toggenburg. Die Stiftung hat über sechs Millionen Franken für den Betrieb des Hauses gesammelt. «Das stellt sicher, dass die öffentliche Hand entlastet wird und wir die jährlichen Betriebskosten von 250'000 Franken selbständig tragen können», sagt Müller.

Mit dem neuen Konzept soll das Klanghaus nicht nur Musikgruppen, sondern auch Firmen und Gruppenanlässen offen stehen und als Veranstaltungsort genutzt werden. «Dank dieser Konzeptänderung kann das Klanghaus wesentlich mehr Wertschöpfung generieren», sagt Müller. «Dank der Zusatzschlaufe, die der Kantonsrat uns abverlangt hat, sind wir jetzt finanziell besser aufgestellt.»

Holzkonstruktion aus Toggenburger Holz

Der Neubau Klanghaus am Schwendisee oberhalb von Unterwasser ist als Holzkonstruktion geplant. Es sind vier akustisch aussergewöhnliche Klangräume vorgesehen, die wie ein Instrument gestimmt werden können, heisst es in der Medienmitteilung des Kantons.

Bei den Baukosten wurden eine Million Franken eingespart, indem die Kunst am Bau (300'000 Franken) und die Solaranlage (400'000 Franken) gestrichen wurde und die Kosten der öffentlichen Parkplätze (300'000 Franken) wird von der Gemeinde Wildhaus-Alt St. Johann übernommen.

Abstimmung frühestens im Juni 2019

Das Parlament berät die Vorlage im November 2018 und Februar 2019. Genehmigt der Kantonsrat die Vorlage, kann das Volk voraussichtlich im Juni 2019 darüber abstimmen.

Angela Mueller
Quelle: agm
veröffentlicht: 17. August 2018 11:33
aktualisiert: 17. August 2018 14:00