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Klanghaus-Pläne unter Beschuss

4. September 2018, 19:14 Uhr
23,3 Millionen Franken soll das Klanghaus Toggenburg kosten. Zu reden gibt im Vorfeld dieses Mal aber kein Millionenbetrag. Es geht «nur» um 300'000 Franken.
So könnte das Klanghaus irgendwann einmal aussehen.
© pd

Es war eine knappe Angelegenheit, als sich das St.Galler Kantonsparlament im März 2016 gegen das Klanghaus Toggenburg aussprach. Zu teuer sei es, die Betriebskosten ein Fass ohne Boden. Sollte das Projekt dennoch weiterverfolgt werden, müssten Sponsorengelder her.

Die geforderten sechs Millionen Sponsorengelder kamen zusammen, die Regierung hat grünes Licht für die Neuauflage gegeben. Das Klanghaus Toggenburg kostet jetzt noch 23,3 Millionen Franken und damit eine Million weniger als im ersten Anlauf. Die Stiftung trägt davon eine Million bei, die restlichen 5,3 Millionen aus den Sponsorengeldern gehen in einen Betriebsfonds für die laufenden Kosten.

«Kunstfeindliche Haltung»

Ein vergleichsweise kleiner Betrag gibt jetzt Anlass zu Kritik. Es ist ein bereits 2015 gestrichener Betrag von 300'000 Franken für Kunst am Bau. «Ich bin befremdet über diese kunstfeindliche Haltung», sagt Josef Felix Müller. Der St.Galler Künstler ist Zentralpräsident der Visarte Schweiz, dem Berufsverband der visuellen Kunst.

Müller: «Das Klanghaus soll stärker in die Tourismusregion eingebettet werden und die Stiftung will das Haus auf eigene Kosten betreiben.» Trotz dieser «beträchtlichen Einsparungen» für den Kanton werde auf den Kredit von 300'000 Franken verzichtet.

Klares Bekenntnis gefordert

«Als Berufsverband hoffen wir sehr, dass das Klanghaus realisiert wird. Um auch im Toggenburg ein breites Kulturverständnis zu fördern, finden wir es zwingend, dass bei diesem Gebäude auch bildende Kunst eingeplant wird», sagt Müller. Er fordert vom Kantonsrat «endlich ein klares Bekenntnis für die Kunst am Bau bei wichtigen öffentlichen Gebäuden».

Das Kantonsparlament beschäftigt sich in der Novembersession mit dem neuen Klanghaus. Sollte es angenommen werden, hat das Volk im Juni 2019 das letzte Wort.

Quelle: rr
veröffentlicht: 4. September 2018 19:14
aktualisiert: 4. September 2018 19:14