Unbewilligte Protestaktion

Klimaschützer nehmen St.Galler Versicherer Helvetia ins Visier

9. Juni 2022, 20:49 Uhr
Weil die Schweizer Versicherungsgesellschaft Helvetia gemäss einem Klimareport immer noch Kohlenenergie-Projekte versichert, marschierten Aktivistinnen und Aktivisten am Donnerstag am Hauptsitz in St.Gallen auf. Obwohl unbewilligt, verlief die Protestaktion ohne Zwischenfälle.
Player spielt im Picture-in-Picture Modus

Quelle: tvo

«Versicherungen spielen eine grosse Rolle bei der Bekämpfung der Klimakrise», sagt Nora Scheel, Kampagnenleiterin der Organisation Campax, die sich dem Klimaschutz verschrieben hat. Weil jedes neue fossile Projekt Versicherungen brauche, um es überhaupt in Angriff zu nehmen, hätten die Gesellschaften grossen Einfluss, so Scheel. Die Forderung ist klar: Schluss mit Investitionen in wenig klimafreundliche Projekte, wie beispielsweise Kohlenkraftwerke.

Einer der letzten Schweizer Kohle-Versicherer

Genau wegen dieser Kohle-Affinität ist Helvetia den Aktivisten ein Dorn im Auge. Laut der weltweiten Umweltkampagne «Insure Our Future» ist der St.Galler Versicherer eines der letzten Unternehmen aus der Branche, welches in der Schweiz noch solche Projekte versichert. Viele andere grosse Gesellschaften hätten sich bereits aus diesem Geschäft zurückgezogen oder es zumindest eingeschränkt.

Helvetia: «Haben Massnahmen getroffen»

Helvetia weist die Vorwürfe der Aktivisten gegenüber TVO schriftlich zurück und verweist auf bereits getroffene Massnahmen im Rahmen des Netto-Null-Emissionsziels der Gesellschaft bis 2050. Unter anderem würden in Zukunft keine neuen Kohlekraftwerke mehr versichert. Die Gesellschaft will zudem den Dialog mit den Aktivistinnen und Aktivisten suchen.

Unbewilligte Protestaktion – ohne Zwischenfälle

Diese verleihten ihren Forderungen am Donnerstag nochmals Nachdruck. Mit einem grossen Banner, schwarzen Rauchpetarden und in weisse Sicherheitsanzüge gehüllt, marschierten sie am Hauptsitz von Helvetia am St.Galler Rosenberg auf. Obwohl die Protestaktion unbewilligt war, kam es weder zu Sachbeschädigungen noch zu anderen Gesetzesverstössen.

(con)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 9. Juni 2022 20:30
aktualisiert: 9. Juni 2022 20:49
Anzeige