Spesenskandal

Kommission weist auf Probleme bei der HSG hin

4. September 2019, 11:36 Uhr
Die Kommission hat ihren Bericht abgeschlossen.
© Urs Bucher / Tagblatt
Die Staatswirtschaftliche Kommission hat ihren Bericht über den Spesenskandal an der HSG abgeschlossen. Sie stellt der HSG beim Krisenmanagement kein gutes Zeugnis aus, hält die Wirtschaftsuniversität aber dennoch für eine gut geführte Institution.

Der Spesenskandal rund um die St.Galler Universität schlug hohe Wellen. Laufend kamen neue Details ans Licht, mit denen die renommierte St.Galler Wirtschaftsuniversität ihren Ruf nicht gerade verbesserte. Die falschen Spesenabrechnungen führten auch dazu, dass sich die Staatswirtschaftliche Kommission des St.Galler Kantonsrats mit der Angelegenheit befasste.

Im nun vorliegenden Prüfbericht zeigt sich die Kommission grundsätzlich zufrieden mit dem Umgang der Uni St.Gallen mit dem Spesenmissbrauch, kritisiert wird jedoch das schlechte Krisenmanagement der Universitätsleitung und das Fehlen eines Internen Kontrollsystems. 

Abschlussbericht ist unter Verschluss

Der Universitätsrat und die Universitätsleitung hätten die Probleme zwar frühzeitig erkannt und frühzeitig Massnahmen eingeleitet. Trotzdem hält sie das Krisenmanagement für unzureichend: Dies wegen der Wahl des Beauftragten für die Administrativuntersuchung und der Präsidialverfügungen, vor allem aber stört die Kommission, dass sie keinen Zugang zum Abschlussbericht der Administrativuntersuchung der Universität erhalten habe.

Internes Kontrollsystem fehlt

Die Kommission spricht der Universität auch Lob aus und hält die HSG für eine gut geführte und erfolgreiche Institution. Die Universität habe alle Aufsichtsgremien schnell, verantwortungsvoll und zeitnah informiert. Die Angelegenheit sei stets innerhalb der Vorgaben bearbeitet worden.

Kritisch betrachtet die Kommission das Verhalten und die Informationspolitik. Konkret geht es um das fehlende Interne Kontrollsystem. Die Finanzkontrolle habe immer wieder auf das fehlende System hingewiesen. Dass der Spesenmissbrauch durch das Institut trotzdem aufgedeckt wurde, zeige zwar, dass die Abläufe funktionieren würden. Trotzdem muss nach Ansicht der Kommission schnellstmöglich ein Internes Kontrollsystem aufgebaut und in allen Gremien und Organisationseinheiten eingeführt werden. 

Der Kantonsrat berät den Bericht der Staatswirtschaftlichen Kommission in der Septembersession. 

 

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 4. September 2019 11:38
aktualisiert: 4. September 2019 11:36