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Buchs

Kündigungsstreit: Stadtrat und Geschäftsführerin per sofort abgetreten

2. März 2021, 21:45 Uhr
Heinz Rothenberger, Stadtrat von Buchs und Vorstandsmitglied der Sozialen Dienste Werdenberg tritt nach 12 Jahren per sofort zurück. Grund ist unter anderem die Kündigung von Jugendarbeiter Markus Büchel. Auch die Geschäftsführerin der Sozialen Dienste geht.
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Quelle: tvo

«Aufgrund der öffentlichen Kritik hat der Vorstand des Vereins die Kündigungsvorgänge analysiert», schreiben die Sozialen Dienste Werdenberg. Dabei sei festgestellt worden, dass im Verfahren formelle Fehler gemacht wurden.

Stadtrat und Geschäftsleitung treten ab

Heinz Rothenberger tritt per sofort als Stadtrat von Buchs und Vorstandsmitglied des Vereins der Sozialen Dienste Werdenberg zurück. Er hat im Dezember als Interims-Präsident zusammen mit der Geschäftsleiterin die Kündigung einer Abteilungsleiterin ohne Vorstandsbeschluss vollzogen, heisst es weiter. «Ich bedaure den Formfehler der Kündigung und entschuldige mich dafür. Ich übernehme für dieses Vorgehen die volle Verantwortung und habe mich deshalb entschieden, die Konsequenzen zu ziehen», erklärt Heinz Rothenberger.

Gleichzeitig gibt Geschäftsleiterin Alexandra Baumgartner bekannt, dass sie auf eigenen Wunsch die Sozialen Dienste Werdenberg verlassen wird.

Kündigung ist nichtig

Auch die Causa Markus Büchel findet in Eingang in die Medienmitteilung der Sozialen Dienste Werdenberg: Die Kündigung des Abteilungsleiters Kompetenzzentrum Jugend sei «nach ersten Abklärungen nichtig». Somit bleibe der Abteilungsleiter bei der Sozialen Dienste Werdenberg angestellt. Mit Büchel sollen in naher Zukunft Gespräche geführt werden. Seine Kündigung sei insofern nichtig, weil «sie von einem noch nicht von den Mitgliedern gewählten Vorstand unterzeichnet wurde».

Büchel: «So schlimm wie kaum etwas»

Büchel ist froh über seine Nicht-Kündigung. Jetzt aber weiterleben, als wäre nichts gewesen, sei schwierig: «Damit wurde ein erstes Ziel erreicht. Ich kann aber jetzt nicht sagen, wie es weitergeht. Das alles ist nicht einfach so wieder gut.» Für Büchel und seine Familie seien die Vorkommnisse in Buchs eine Tragödie gewesen: «Man kann sich gar nicht vorstellen, was wir durchmachen musste. Es war so schlimm wie kaum etwas.»

Bedanken möchte der Jugendarbeiter sich speziell bei seinem Team, den Jugendlichen und allen, die sich für ihn eingesetzt hätten. «Sie sind mutig voraus gegangen», sagte ein hörbar gerührter Markus Büchel gegenüber FM1Today.

Seine Kündigung ist nichtig: Markus Büchel

© St.Galler Tagblatt / Mareycke Frehner

Präsident spricht von «Strukturfehler»

Der Präsident der Sozialen Dienste Werdenberg, Eduard Neuhaus, sagt: «An der konstituierenden Sitzung der Werdenberger Gemeindepräsidenten habe ich im Dezember 2020 die Aufgabe des Präsidenten übernommen. Laut Statuten des Vereins muss der Vorstand allerdings von den Mitgliedern noch gewählt werden. Die Mitgliederversammlung ist erst im April. Somit wäre der Verein bis zu jenem Zeitpunkt faktisch führungslos.»

Ein Strukturfehler, welcher durch die jüngsten Ereignisse aufgedeckt wurde. Neuhaus verspricht sich davon eine Nachfolgelösung für die Führung des Vereins. Ausserdem will er «das Vertrauen der Bevölkerung und der Mitarbeitenden nach diesen stürmischen Zeiten wieder zurückzugewinnen».

(saz/pd)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 2. März 2021 18:14
aktualisiert: 2. März 2021 21:45