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St.Gallen

Kulturerbe-Label für Toggenburger Musikinstrumente und Möbelmalerei

27. August 2021, 15:18 Uhr
Historische Toggenburger Instrumente, handgeschrieben Musiknoten und bemalte Möbel aus dem 17. bis 19. Jahrhundert bewahrt und zeigt die Albert-Edelmann-Stiftung im Museum Ackerhus in Ebnat-Kappel. Am Freitag erhielt die Sammlung das kantonale Kulturerbe-Label.
Die historische Toggenburger Hausorgel von Heinrich Ammann aus dem Jahr 1807, zu sehen im Museum Ackerhus in Ebnat-Kappel SG.
© Kanton St. Gallen/Jost Kirchgraber

Die Bestände der Stiftung sind damit als bewegliches Kulturerbe des Kantons unter Schutz gestellt, wie das Departement des Innern mitteilte. Regierungsrätin Laura Bucher überreichte dem Stiftungsrat eine Urkunde und eine Plakette. Zuvor hatten Vertreter des Kantons und der Stiftung eine Vereinbarung unterzeichnet.

Die seit 2018 bestehende Fachstelle Kulturerbe im kantonalen Amt für Kultur hat zusammen mit einem Fachbeirat die Sammlung der Albert-Edelmann-Stiftung beurteilt. Dabei wurden die Bereiche Musik und Toggenburger Möbelmalerei als Kulturerbe des Kantons eingestuft. Sie hätten einen «besonderen kulturellen Zeugniswert», hiess es.

Zur Sammlung gehören Toggenburger Hausorgeln, Halszithern und andere Instrumente sowie zahlreiche handschriftliche Notenmanuskripte. Sie geben Zeugnis von der Toggenburger Hausmusik und Hauskultur des 18. und 19. Jahrhunderts. Zum Kulturerbe gehört auch das ab 1644 handschriftlich geführte Wirtschaftsbuch des Pannerherrn (militärischer Grad) Hans Heinrich Bösch (1611-1663).

Edelmann: Lehrer und Kulturvermittler

Im 20. Jahrhundert widmete sich der Ebnater Lehrer, Maler und Förderer von Volks- und Kulturgut Albert Edelmann (1886-1963) der Erschliessung und Vermittlung dieses Kulturguts. Die im Museum Ackerhus aufbewahrten historischen Möbel zeigen die Toggenburger Möbelmalerei des 17. bis 19. Jahrhunderts.

Die Möbel geben laut der Mitteilung Einblick in die gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und kulturellen Entwicklungen in jener Zeit. Dazu gehören der damalige pietistische Bildungsanspruch ebenso wie die zunehmende Bedeutung der Textilwirtschaft und ein neues Selbstverständnis der bäuerlichen Bevölkerung.

Quelle: sda
veröffentlicht: 27. August 2021 15:18
aktualisiert: 27. August 2021 15:18