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Walter Zoo

Löwennachwuchs: (Fast) eine harmonische Familie

Nico Conzett, 30. September 2020, 16:30 Uhr
Im dritten Anlauf hat es im Walter Zoo geklappt: Löwenpapa Atlas ist mit seiner Familie vereint und darf sich seinem Nachwuchs nähern. Ausserdem kennt man jetzt das Geschlecht der beiden Löwenbabys. Jetzt darf das Zoopublikum mithelfen, einen geeigneten Namen für die beiden zu finden.
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Quelle: FM1Today

Zwei Mal haben die Tierpfleger bereits versucht, Löwenpapa Atlas mit seiner Familie zu vereinen, was aber beide Male scheiterte. Daran war Atlas auch ein wenig selber schuld. Denn er zeigte sich bei den Versuchen jeweils sehr autoritär und liess die beiden Weibchen Lin, die Mama der beiden Jungen, und Jumina nicht mehr in die Nähe des Nachwuches. Auch beim zweiten Mal präsentierte er sich unbeholfen und verletzte eines der beiden Jungen versehentlich mit seinen Zähnen, als er es umhertragen wollte.

Eltern müssen zuerst Erfahrungen sammeln

«Es ist verständlich, dass Lin und Atlas, gerade als sehr junge Eltern, sich zuerst an das Elterndasein gewöhnen und Erfahrungen sammeln müssen», sagt Zoodirektorin Karin Federer. Auch Lin und Tante Jumina hätten seit dem letzten Kontaktversuch mit Atlas Fortschritte gemacht und würden ihm jetzt die Grenzen aufzeigen und selbst die Obhut über die beiden Jungen für sich beanspruchen.

Interessant sei zudem, dass besonders Jumina sich hervorgetan hat und Atlas zwischendurch klarmachte, was er darf und was nicht. Denn Mutter Lin sei von Natur aus eher zurückhaltend, deswegen nahm sie Juminas Hilfe auch gerne an.

Nun sehen die fünf Löwen schon beinahe wie eine harmonische Familie aus, wenn sie gemeinsam auf dem grossen Felsen im Gehege liegen und die Sonne geniessen.

Publikum darf bei den Namen mithelfen

Mittlerweile ist ausserdem klar, was für ein Geschlecht die beiden Jungen haben, es handelt sich um ein Weibchen und um ein Männchen. Und da das nun geklärt ist, kann jetzt die Namensgebung in Angriff genommen werden. Dafür hat sich der Zoo etwas Aussergewöhnliches überlegt: «Zusammen mit der St.Galler Kantonalbank, unserem Hauptsponsor, veranstalten wir einen Wettbewerb, bei dem die Leute Namensvorschläge machen können», verkündet Federer.

Es gibt jedoch einige Vorgaben: Die Namen müssen entsprechend der Zuchtbestimmungen und der Zootradition mit dem gleichen Buchstaben beginnen, in diesem Jahr ist der Buchstabe ‹A› an der Reihe. Zudem müssen die Namen eine Verbindung mit der ursprünglichen Herkunft der Berberlöwen, also Nordafrika, aufweisen.

Die Zukunft der Kleinen ist noch unklar

Wie lange die Löwenfamilie als solche zusammen bleiben wird, ist nicht klar. «Das Gute bei Löwen ist, dass sie – im Vergleich zu den Tigern beispielsweise – im Rudel zusammen leben und die Jungen nicht zwingend von den Eltern weggeschickt werden», erklärt Federer. Die Situation müsse immer individuell beurteilt werden, solange die Familiensituation harmonisch sei, gebe es keinen Grund, die Jungen an einen anderen Ort zu bringen.

So gesehen ist es schön, dass sich die kleine Familie jetzt erst richtig aneinander gewöhnt. Denn so dürften die fünf Löwen für eine ganze Weile gemeinsam im Walter Zoo zu bestaunen sein.

Nico Conzett
Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 30. September 2020 16:03
aktualisiert: 30. September 2020 16:30