St.Gallen

Mehr Leistungsprämien für Spitalpersonal im Corona-Jahr

18. März 2021, 15:07 Uhr
Die Arbeitsbelastung war im Corona-Jahr 2020 vor allem in den Intensivstationen und Covid-19-Stationen hoch. In anderen Abteilungen wirkten sich hingegen die nicht durchgeführten Wahleingriffe aus. (Symbolbild)
© KEYSTONE/ALESSANDRO DELLA VALLE
Im St.Galler Kantonsspital sind im Corona-Jahr 2020 dreimal mehr ausserordentliche Leistungsprämien gesprochen worden als sonst. Die St.Galler Regierung zeichnet in ihrer Antwort auf einen Vorstoss ein differenzierte Bild der Belastung des Pflegepersonals während der Pandemie.

Spezielle Leistungen könnten in St.Galler Spitälern auf Antrag der Vorgesetzten mit einer individuellen ausserordentlichen Leistungsprämie honoriert werden, schreibt die St.Galler Regierung in der Antwort auf einen gemeinsamen Vorstoss von Sandro Hess (CVP) und Maria Pappa (SP). Darin wurde nach der Wertschätzung für das Pflegepersonal gefragt.

Normalerweise würden um die 200 solcher Leistungsprämien pro Jahr verteilt. 2020 habe sich die Zahl mehr als verdreifacht. Gegen 700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Kantonsspitals hätten eine ausserordentliche Leistungsprämie erhalten. «Viele davon, weil sie aufgrund der Pandemie ganz besonders gefordert waren.»

Es sei Personal, das auf den Intensivstationen und Covid-19-Stationen arbeite, aber auch in vielen anderen Bereichen tätig sei. In den anderen Spitalverbunden sei die Situation mit dem Kantonsspital vergleichbar, stellte die Regierung fest.

Vor allem auf Intensivstationen belastet

In der Antwort auf die Frage nach dem Aufwand für das Pflegepersonal heisst es, in den vier Spitalverbunden hätten sich die Mehrzeiten 2020 im Vergleich zu den Vorjahren nochmals deutlich reduziert.

Es seien vor alle die Mitarbeitenden der Intensivstationen, die besonders gefordert gewesen seien. Auch auf den Covid-19-Stationen und im Notfall sei die Belastung phasenweise hoch gewesen. In anderen Stationen hätten teilweise krankheitsbedingte Ausfälle von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern kompensiert werden müssen.

Es gebe aber auch Bereiche, die weniger belastet waren, da sie aufgrund der vom Bundesrat verfügten Massnahmen weniger Wahleingriffe betreuen mussten. Diese Ausfälle wirkten sich nicht nur auf die Beschäftigung des Personals aus: Für die während des Lockdowns in den Spitälern nicht durchgeführten Eingriffe hatte der Kantonsrat zuletzt eine Entschädigung von 42,3 Millionen Franken gesprochen.

Freie Zimmer in Alters- und Pflegeheimen

Bei den Alters- und Pflegeheimen zeige sich eine andere Situation als in den Spitälern: «Hinsichtlich der Todesfälle und der damit im Zusammenhang stehenden freien Zimmer sinkt der Pflege- und Betreuungsaufwand», so die Regierung.

Gute Erfahrungen machte der Kanton bisher mit dem Personalpool für Spitex, Heime und Spitäler. Die Vermittlung von Hilfspersonal vor allem an die Betagten- und Pflegeheime sei «rasch und problemlos» erfolgt. Beim Fachpersonal habe man nicht allen Anfragen entsprechen können. Aktuell gebe es von den Institutionen praktisch keine Anfragen mehr.

Quelle: sda
veröffentlicht: 18. März 2021 15:07
aktualisiert: 18. März 2021 15:07