Mehrere Verletzte nach häuslicher Gewalt

Laurien Gschwend, 9. August 2019, 17:23 Uhr
Häusliche Gewalt ist im Kanton St.Gallen keine Seltenheit. (Symbolbild)
Häusliche Gewalt ist im Kanton St.Gallen keine Seltenheit. (Symbolbild)
© Kapo SG
St.Galler Kantonspolizisten sind zwischen Freitagnachmittag und Sonntagnachmittag acht Mal wegen häuslicher Gewalt ausgerückt. Mehrere Personen mussten im Spital behandelt werden. Zwei Männer wurden aus ihren Wohnungen weggewiesen.

«Unsere Mitarbeitenden sind immer wieder fassungslos, wie brutal einzelne Mitmenschen miteinander umgehen», schreibt die Kantonspolizei St.Gallen am Montagvormittag. Am vergangenen Wochenende seien Beamte acht Mal wegen Streitereien in Wohnungen und Häusern ausgerückt. Die acht Fälle sind laut Mitteilung keine Seltenheit – an manchen Wochenenden werde die Notrufnummer 117 noch häufiger gewählt.

Streit zwischen Vater und Sohn

Die Familienidylle wurde am Wochenende unter anderem im Gebiet Fürstenland-Neckertal gestört: Ein Paar stritt sich zuerst verbal und dann handgreiflich. «Unsere Mitarbeitenden konnten intervenieren, woraufhin die Personen die Nacht getrennt verbrachten», heisst es in der Polizeimeldung. In einem weiteren Fall verbot ein Vater seinem Sohn, die Zimmertür abzuschliessen, woraufhin die Lage eskalierte und der Sohn drohte, «Gegenstände zu zerstören». Beim Eintreffen der Polizei hatte sich die Situation allerdings wieder beruhigt.

Auch in den Regionen Linthgebiet und Toggenburg wurde gestritten. Eine Auseinandersetzung unter Geschwistern endete darin, dass eine Tür beschädigt wurde. Des Weiteren stritt sich ein betrunkenes Paar lautstark. Die beiden gaben an, dies sei des Öfteren der Fall, und gingen in der restlichen Nacht getrennte Wege.

Frau attackiert Freund mit Besenstiel

«Trauriger Spitzenreiter» waren dieses Wochenende laut der Kapo St.Gallen die Regionen Bodensee und Rheintal mit drei Fällen. Ein Mann wurde von seiner Freundin mit einem Besenstiel attackiert und schlug daraufhin Alarm. «Nach der Intervention unserer Mitarbeitenden kehrte Ruhe ein», schreibt die Polizei. An einem anderen Ort spuckte ein Mann seine Freundin an – sie konterte mit einer Ohrfeige. Vor Ort fanden die Polizisten Betäubungsmittel, woraufhin sie eine Hausdurchsuchung durchführten.

Paar prügelt sich im Beisein des Kindes

Alkohol im Spiel war auch beim dritten Fall im Raum Bodensee-Rheintal: Als ein betrunkener Mann vom Ausgang zurückkam, stritt er sich mit seiner Freundin. Er würgte die Frau, schubste sie zu Boden, schlug sie mehrfach und trat ihr in den Bauch. Die leicht alkoholisierte Frau biss ihren Freund und flüchtete aus der Wohnung. Beide liessen sich anschliessend im Spital untersuchen. «Dies war nicht die erste Streitigkeit des Paares. Die Polizei musste bereits im Frühling ausrücken», teilt die Kapo St.Gallen mit. Während des Vorfalls sei auch ein Kind in der Wohnung gewesen. «Im Anschluss wurde der Mann der Wohnung verwiesen.»

Mann bricht seiner Ehefrau die Nase

Zu einem weiteren «brutalen Übergriff» kam es in Gebiet Werdenberg-Sarganserland: Dort stritt sich ein Ehepaar, wobei der Mann das Handy der Frau zerstörte und danach auf sie losging. Wie die Polizei schreibt, habe die Frau Prellungen und Rötungen im Gesicht sowie eine gebrochene Nase davongetragen. Sie wurde vom Rettungsdienst ins Spital gebracht – der Mann wurde auf dem Polizeiposten befragt. Der Mann, er war zum Tatzeitpunkt betrunken, wurde für mehrere Tage der Wohnung verwiesen.

Laurien Gschwend
Quelle: Kapo SG/red.
veröffentlicht: 15. Juli 2019 11:13
aktualisiert: 9. August 2019 17:23