Bestattungen

Mensch-Tier-Grab: Stadt St.Gallen nicht abgeneigt

Vanessa Kobelt, 12. April 2021, 07:29 Uhr
Bern prüft aktuell Mensch-Tier-Bestattungen. Auch die Stadt St.Gallen beobachtet die Entwicklung in der Schweiz (Symbolbild)
© KEYSTONE/Dominic Favre
In Bern sollen Haustiere mit Herrchen oder Frauchen ins Grab kommen. In St.Gallen gibt es zwar kaum Nachfragen, die Stadt beobachtet aber, wie sich die Situation in der Schweiz entwickelt.

Tiere können oft die letzten treuen Begleiter eines Menschen sein, besonders von Alleinstehenden. Die Berner Stadtregierung prüft deshalb, ob sich Menschen künftig mit Haustieren bestatten lassen dürfen. Ein entsprechendes Postulat der Grünliberalen wurde vom Stadtparlament überwiesen, wo es unbestritten blieb. Wie eine solche Bestattung aussehen würde, ist noch nicht bekannt. Die Umsetzung wäre aber Neuland für die Schweiz und auch in St.Gallen beobachtet man die Situation gespannt.

Nur wenige Anfragen

«Wir verfolgen immer, was diesbezüglich in anderen grossen Schweizer Städten passiert», sagt Adrian Stolz, Leiter der Dienststelle «Stadtgrün» in St.Gallen. «Aktuell arbeiten wir zwar nicht konkret an einer Umsetzung, dies könnte sich bei grösserem Bedarf aber ändern.» Laut Stolz gibt es in der Stadt St.Gallen bisher kaum Anfragen für Bestattungen mit Haustieren.

Gesetz muss geändert werden

Nach übergeordnetem Recht sind Mensch-Tier-Bestattungen zwar zulässig. Für die Realisierung des Grabfelds braucht es allerdings die Anpassung städtischer Vorschriften. Ein Vorgang, der nicht von heute auf morgen umsetzbar wäre. «Es müssten ausserdem zuerst verschiedene Fragen geklärt werden», sagt Adrian Stolz. «Zum Beispiel, ob ein Friedhof überhaupt der richtige Ort für Tiere ist. Sowohl aus Pietäts- als auch aus rechtlichen Gründen.» Im Friedhofsreglement spricht man bisher von Personen, also von Menschen. «Dies müsste sich ändern, wenn man die Bestattungen mit Katze oder Hund ermöglichen will», sagt Stolz.

Der Tierfriedhof als weitere Option

Denkbar wäre in St.Gallen auch ein separater Friedhof für Tiere, so wie es ihn auch an anderen Orten in der Schweiz schon gibt. «Hier stellt sich dann die Frage, ob das von der Stadt oder privat angeboten werden soll», sagt Adrian Stolz. Der Tierfriedhof «Tierwald» in Erlenbach im Kanton Zürich sei ein Beispiel. Die Initianten überlegen offenbar bereits, solche Tierfriedhöfe an weiteren Standorten anzulegen. «Die Region St.Gallen wurde dabei auch schon als möglicher Ort genannt», bestätigt Adrian Stolz. Man schaue nun, wie sich die Sache entwickelt.

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 12. April 2021 07:29
aktualisiert: 12. April 2021 07:29