St.Gallen

Mit Panzer und Uniform: Frauen werben für Militärdienst

8. März 2021, 10:38 Uhr
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Quelle: FM1Today

Frauen im Militär haben am internationalen Frauentag in St.Gallen auf die Möglichkeit des Militärdienstes aufmerksam gemacht. Frauen stünden die gleichen Ausbildungen zu wie Männern.

Panzer fahren auf in St.Gallen – am Montagmorgen, dem internationalen Frauentag, platzierte das Militär mehrere Panzer am Bahnhof St.Gallen und Frauen warben für den Militärdienst. Dabei ist Major Tamara Rancetti aus Goldach: «Wir wollen mit dieser Aktion darauf aufmerksam machen, dass Frauen die gleichen Chancen haben wie Männer. Im Militär steht ihnen alles offen – es gibt 200 unterschiedliche Funktionen und neue Ausbildungen, die gemacht werden können.»

«Es werden keine Unterschiede gemacht»

So sei es beispielsweise bei Personenkontrollen von Vorteil, wenn auch Frauen im Militär sind. So könnten diese die Frauen kontrollieren. «Es gibt durch den Zuwachs an ausländischen Köchen immer weniger Schweizer Köche – Frauen können diese Lücke füllen.» Im Militär selbst würden Frauen nicht anders behandelt als Männer: «Es werden keine Unterschiede gemacht.»

Für Tamara Rancetti sind es vor allem die Kameradschaft und die Abwechslung, die für sie das Militär ausmachen: «Es ist eine sehr gute Lebenserfahrung und ich bin froh, dass ich diesen Schritt gewagt habe.» Frauen im Militär seien immer noch eine Minderheit und das sei schade. Nur rund 1 Prozent aller Dienstleistenden sind Frauen: «Als Frau wird man auf der Strasse oft schräg angeschaut, wenn man beispielsweise in der Uniform unterwegs ist. Das soll normal werden.» Durch die Aktion am St.Galler Bahnhof erhoffe sich das Militär, dass Frauen, die eine Ausbildung absolvieren wollen, auch das Militär in Betracht ziehen und sich darüber informieren.

«Es ist eine Challenge»

Auch Hauptfeldweibel Desirée Pelloni hat sich für das Militär entschieden und ist Berufsmilitär-Kandidatin. «Ich habe mich durch das Militär besser kennengelernt», sagt sie. «Es ist eine Challenge, man lernt mit Grenzen umzugehen, sie zu überschreiten. Es ist eine Abenteuer.» Sie vermutet, dass viele Frauen, wie auch sie anfänglich, Angst haben, diesen Schritt zu gehen. «Ich würde aber alles nochmal genau gleich machen.»

(abl)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 8. März 2021 10:38
aktualisiert: 8. März 2021 10:38