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Mütter fordern bessere Chancen auf Arbeitsmarkt

Nina Müller, 26. März 2019, 06:54 Uhr
Mütter, die nach der Geburt ihrer Kinder wieder arbeiten wollen, haben es meist schwer, wieder eine Stelle zu finden. Laut Statistik hat das bei Vätern kaum einen Einfluss. Das ist unfair, finden viele Frauen in der Ostschweiz.
Mütter haben es nicht einfach, wenn sie wieder in den Arbeitsmarkt einsteigen wollen.
© TVO

So herzig Babys und Kleinkinder auch sind, sie beanspruchen enorm viel Zeit. In der Regel ist es die Mutter, die meist jahrelang gar nicht mehr oder nur teilweise arbeitet. Ist das Kind alt genug, um wieder häufiger arbeiten zu können, ist der Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt schwierig bis unmöglich. Dieser Meinung sind viele der 20 Teilnehmerinnen eines Kurses an der Universität St.Gallen. Der Kurs soll als eine Art Sprungbrett fungieren, welches den Wiedereinstieg erleichtern soll.

Zu lange Weg vom Markt und zu alt

«Ich war nicht mehr berufstätig, bis meine Kinder erwachsen waren. Wenn ich mich jetzt irgendwo bewerbe, sind die Absagen schneller im Haus, als die Bewerbungen draussen», sagt Barbara Hotz, Mutter von drei Kindern, gegenüber TVO. Sie sei «einfach zu alt».

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Quelle: TVO

Das sei frustrierend. Marisa Hämmere, eine Mutter aus Wil, ist derselben Meinung und fügt an: «Hat man mal ein Kind, gehen die Leute davon aus, dass man noch mehr möchte. Das macht die Voraussetzungen nicht einfacher.» Die Statistik bestätigt die Annahmen der beiden Müttern.

Kurs soll Mütter bei Wiedereinstieg unterstützen

Neue Auswertungen zeigen, dass 80 Prozent der Schweizer Frauen nach einer Schwangerschaft wieder arbeiten. Bei den Vätern sind es 99 Prozent – also so gut wie alle. Der Kurs «Woman Back to Business» der Uni St.Gallen soll den Müttern deshalb Rückenwind geben, sagt die Programmleiterin Patricia Widmer. «Es ist wichtig, dass sie diesen Weg nicht alleine gehen müssen. Im Kurs sollen sie von der Gruppe aufgefangen werden, damit ihr Selbstbewusstsein gestärkt werden kann», sagt Widmer.

Langfristig betrachtet muss der Austausch zwischen Familien, Unternehmen und Politik noch mehr gestärkt werden. Darin sind sich alle Teilnehmerinnen einig.

Nina Müller
Quelle: nm
veröffentlicht: 26. März 2019 06:20
aktualisiert: 26. März 2019 06:54