Nach Strom-Sparmassnahmen

Muss die St.Galler Bevölkerung jetzt frieren?

3. Oktober 2022, 21:39 Uhr
Seit Oktober gilt: In öffentlichen Gebäuden der Stadt St.Gallen soll es nicht wärmer als 20 Grad sein. TVO-Reporter Roger Inauen hat das Thermometer in die Hand genommen und nachgeschaut, ob diese Vorgaben denn wirklich auch eingehalten werden.

Quelle: TVO

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22.9 Grad Celsius zeigt das Infrarot-Thermometer am Montagnachmittag in der Eingangshalle des St.Galler Rathauses an. Fast drei Grad mehr also, als sich die Stadt eigentlich vorgenommen hat.

Andreas Nagel, Leiter Kommunikation der Stadt St.Gallen, erklärt: «Mit den ganzen Temperaturnivellierungen die es gibt, ist es schwierig einen richtigen Wert zu erhalten. Wahrscheinlich braucht es noch etwas Zeit, bis es draussen kalt wird. Dann werden wir hier auch 20 Grad haben.» Tatsache ist, dass es am Montag in der Stadt St.Gallen bis zu 17 Grad warm wurde.

15 Grad in der Kathedrale

Freiwillig einen Schritt weiter gehen die Verantwortlichen der Kathedrale St.Gallen. Maximal 15 Grad wäre das Ziel, aber auch hier waren es am Montag mit 19.1 Grad deutlich mehr. «Das hat damit zu tun, dass wir gestern einen warmen Tag hatten. Das hat die Kathedrale aufgeheizt. Es sind insgesamt 50'000 Kubikmeter Raumfläche. Bis die Wärme aus so einem Raum entweicht dauert es», so Roger Fuchs, Kommunikationsverantwortlicher des katholischen Konfessionsteils St.Gallen.

«Ich würde bei einem Konzert frieren»

Dass die Leute mit der freiwilligen Sparmassnahme vergrault werden, glaubt Roger Fuchs nicht. Bei den Besucherinnen und Besuchern gehen die Meinungen darüber aber weit auseinander. «15 Grad finde ich etwas extrem. Wenn ich an einem Konzert sitzen würde, dann würde ich sicher frieren», meint etwa eine Besucherin aus dem Emmental. «Man ist nicht für lange Zeit dort drin. Das ist für mich absolut kein Problem», ist für einen Besucher aus dem Aargau andererseits klar.

Private und Geschäfte sollen Energie sparen

Eine dringende Empfehlung ist das Energiesparen für Private und Geschäfte. Jasmin Rohrer aus dem Tabakladen Wellauer in St.Gallen versucht sich jetzt schon an die Vorgaben zu halten. Im Winter wird es bei ihr wohl nur eine Lösung geben: Sich warm anziehen. Die Filialleiterin dazu: «Es ist wirklich kalt, wenn sich die Türe öffnet und wieder schliesst. Das merkt man, weil es nicht so ein grosser Raum ist.»

Das Energiesparen hat also angefangen. Momentan gibt uns das milde Wetter aber so etwas wie eine kleine Schonfrist. Spätestens mit dem ersten Schnee dürfte man dann aber auch auf dem Infrarot-Thermometer andere Zahlen ablesen.

(red.)

Quelle: TVO
veröffentlicht: 3. Oktober 2022 21:39
aktualisiert: 3. Oktober 2022 21:39