Kreisgericht Mels

Mutmasslicher Mord im Asylheim: Jetzt drohen 20 Jahre Haft

21. Oktober 2020, 18:45 Uhr
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Quelle: tvo

Am Mittwoch stand ein Mann vor dem Kreisgericht Mels. Er soll im Asylheim einen Bekannten mit 29 Messerstichen erstochen haben. Die Staatsanwaltschaft fordert 20 Jahre Haft und eine Verwahrung, die Verteidigung will eine Freiheitsstrafe von sechseinhalb Jahren.

Im Februar 2018 soll ein Mann in der Asylunterkunft Heiligkreuz einen Asylsuchenden aus Ägypten mit 29 Stichen getötet haben. Vor dem Kreisgericht Mels sagte der Mann am Mittwoch, dass er sich nicht im Detail an die Tat erinnern könne.

Laut Anklageschrift ist der Tat ein Streit vorausgegangen. Einige Monate vorher haben der spätere Täter und das Opfer mit weiteren Personen grilliert. Dort kam es zu einer Auseinandersetzung und der Ägypter schlug den Angeklagten aufs Ohr, seither klagte er über Tinnitus. Seither habe der Angeklagte mehrmals angekündigt, den Ägypter töten zu wollen.

Die Staatsanwaltschaft spricht von einer «eiskalt geplanten Tat» und will ihn wegen Mordes verurteilt sehen. Sie fordert 20 Jahre Haft, eine Busse und einen Landesverweis von 15 Jahren. Zudem soll der Mann verwahrt werden.

Die Verteidigung spricht von Totschlag. Durch den Tinnitus habe der Angeklagte immer wieder an das Erlebte denken müssen. Dazu habe das spätere Opfer den Mann ständig beleidigt. Die Verteidigung will deshalb eine Freiheitsstrafe von sechseinhalb Jahren, eine Busse und einen Landesverweis von neun Jahren.

Der Angeklagte hätte die Schweiz schon vor längerer Zeit verlassen müssen, sein Asylgesuch wurde 2013 abgelehnt.

Das Urteil des Kreisgerichtes Mels steht noch aus.

(red.)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 21. Oktober 2020 18:45
aktualisiert: 21. Oktober 2020 18:45