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St.Gallen

Nach Bankomatsprengung in Sevelen: Bundesanwaltschaft reicht Klage ein

7. Oktober 2021, 11:41 Uhr
Die Klage richtet sich gegen einen 30-jährigen Rumänen. Er soll im Dezember 2019 in Sevelen einen Bankomaten gesprengt haben. Es ist das erste Mal, dass die Bundesanwaltschaft eine Anklage in Bezug auf eine Bankomatensprengung in der Schweiz einreicht.
Der Bankomat wurde im Dezember 2019 in Sevelen gesprengt.
© Kapo SG

Der Täter erbeutete Bargeld in der Höhe von 126'600 Franken und hinterliess einen Sachschaden von etwa 100'000 Franken (FM1Today berichtete). Die Bundesanwaltschaft konnte den Beschuldigten gemeinsam mit der Kantonspolizei und fedpol identifizieren. Er wurde im Juni 2020 in Österreich von den örtlichen Behörden verhaftet und anschliessend ausgeliefert. Im August 2020 wurde der 30-Jährige durch fedpol festgenommen. Er befindet sich seit Juni 2021 im vorzeitigen Strafvollzug, bis dahin war er in Untersuchungshaft.

Täter handelte «in verbrecherischer Absicht»

Weil sich der Automat an der Aussenfassade eines mehrstöckigen Wohn- und Geschäftshauses befand, nahm der Beschuldigte gemäss Anklage Verletzungen von Personen und Schäden am fremden Eigentum in Kauf und «handelte dabei wissentlich und willentlich in verbrecherischer Absicht», heisst es in der Mitteilung der Bundesanwaltschaft. Dem Beschuldigten werden Gefährdung durch Sprengstoffe und giftige Gase in verbrecherischer Absicht, qualifizierter Diebstahl und qualifizierte Sachbeschädigung vorgeworfen. Bis zum Vorliegen eines rechtskräftigen Urteils gilt die Unschuldsvermutung.

Aufwendige Verfahren

Die Bundesanwaltschaft führt derzeit zu rund 30 Fällen von Bankomatsprengungen in der Schweiz. Die Täterschaft handelt oft über die Kantons- und Landesgrenzen hinweg. Die Verfahrensführung gestaltet sich entsprechend zeit- und ressourcenaufwendig. Dies auch, weil viele Ermittlungen auf dem Weg der internationalen Rechtshilfe erfolgen müssen.

(red.)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 7. Oktober 2021 11:40
aktualisiert: 7. Oktober 2021 11:41