Gommiswald

Nach Coronaparty: Das Restaurant Älpli muss dicht machen

Vanessa Ledergerber, 28. März 2022, 15:46 Uhr
Ziemlich genau vor einem Jahr war das Restaurant Älpli in Gommiswald in aller Munde. Rund 90 Massnahmen-Skeptiker und -Skeptikerinnen feierten dort mitten im Lockdown ein grosses Fest. Jetzt entzieht die Gemeinde der Wirtin das Patent.
Die Gemeinde Gommiswald entzieht der «Älpli»-Wirtin nach illegaler Feier und mehreren Verstössen das Patent.
© FM1Today

«Der Patentenzug war kein leichtfertiger Entscheid», versichert der Gommiswalder Gemeindepräsident Peter Hüppi. «Lange haben wir versucht, genau das zu verhindern – die Wirtin hat uns aber keine Wahl gelassen.»

Angefangen hat alles letzten März, als sich im «Älpli» mitten im Lockdown rund 90 Personen trafen – ohne Maske, ohne Abstand. Es war ein illegaler Anlass von Massnahmen-Skeptikerinnen und -Skeptiker. Die Polizei löste die Veranstaltung nicht auf, ein Drittel der anwesenden Partygäste wurde aber gebüsst.

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Quelle: FM1Today / Youtube (Corona Mahnwachen)

Immer wieder neue Verstösse

Die Wirtin des Lokals, welche den Event mitorganisiert hatte, wurde von der Gemeinde verwarnt. Offenbar wollte man ihr nicht direkt das Patent entziehen, sondern eine zweite Chance geben. «Leider kam es danach immer wieder zu neuen Corona-Verstössen, die auch von der Polizei angezeigt wurden», sagt Peter Hüppi. Die Wirtin habe zum Beispiel Gäste empfangen, obwohl das Restaurant hätte geschlossen bleiben müssen. Später kontrollierte sie die Zertifikate nicht.

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Quelle: TVO

Eine Sache der Fairness

«Wir haben im ganzen letzten Jahr immer wieder mit ihr telefoniert und schriftlich Kontakt gehabt. Leider sind wir auf taube Ohren gestossen», betont Hüppi. Der Patententzug sei letztlich auch eine Sache der Fairness gegenüber all denen, die sich an die Massnahmen gehalten haben. «Es haben sich viele Restaurantbetreiberinnen und -betreiber bei uns gemeldet, die Gerechtigkeit wollen. Dementsprechend waren wir auch gezwungen, zu handeln.»

«Ich werde mich wehren»

Für die «Älpli»-Wirtin ist das letzte Wort offenbar noch nicht gesprochen. Sie war für FM1Today am Montag nicht erreichbar, gegenüber der Linth-Zeitung sagte sie aber: «Ich werde mich sicher wehren.» Da der Patententzug noch nicht rechtskräftig ist, hat die Wirtin die Möglichkeit, beim Volkswirtschaftsdepartement Rekurs zu erheben.

Teilnehmerin verurteilt

Die Gastgeberin ist nicht die einzige, die sich in dieser Geschichte immer wieder zur Wehr setzt. Ende Januar standen zwei der gebüssten Gäste vor dem Kreisgericht See-Gaster. Eine Person wurde freigesprochen, weil das Gericht ihm die Teilnahme an der Veranstaltung nicht nachweisen konnte. Die zweite Teilnehmerin hingegen wurde schuldig gesprochen, sie muss neben den 100 Franken Busse noch zusätzliche Verfahrenskosten von über 1300 Franken übernehmen.

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 28. März 2022 15:33
aktualisiert: 28. März 2022 15:46
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