Müllheim/Mörschwil

Nach Massenentlassung: Ex-Mitarbeiter werden zu Unternehmern

Linda Aeschlimann, 29. Januar 2021, 08:22 Uhr
Ehemalige Mitarbeiter machen aus der ehemaligen Swisswindows AG die Firma Smartwindows AG.
© zVg
Nach dem Konkurs der Ostschweizer Traditionsfirma Swisswindows AG vor einem Jahr haben zwei ehemalige Mitarbeiter den Kopf nicht in den Sand gesteckt und Initiative ergriffen. Nun werden in der Ostschweiz wieder Fenster produziert, dies aber im kleineren Rahmen.

«Unsere neue Firma Smartwindows ist ein Coronakind – das ist alles andere als ein Nachtteil», sagt Patrick Briano, Mitinhaber der Smartwindows AG. «Wir können von unten her wachsen. Und wir sind stark digital unterwegs. Sprich, Prozesse wie Homeoffice konnten wir von Anfang an einführen.»

Unerwarteter Konkurs

Rückblende: Nachdem die Swisswindows AG im Februar 2020 Konkurs anmelden musste (FM1Today berichtete), verloren auf einen Schlag 170 Personen ihre Arbeit. «Der Schock sass bei allen tief. Der Konkurs kam aus heiterem Himmel. Mitten im operativen Geschäft», sagt Briano.

Nicht vom einen auf den anderen Tag kam die Neugründung von Smartwindows. Denn in den Auftragsbüchern waren zahlreiche pendente Aufträge. 280 Baustellen konnten fertiggestellt werden. In dieser Zeit hätten noch 40 Leute mitgearbeitet, sagt Patrick Briano. Zum einen habe er in dieser Zeit zusammen mit dem ehemaligen Technischen Leiter Adrian Schlumpf festgestellt, dass diese Unternehmensgrösse Erfolg haben könnte.

Zum anderen hätten ehemalige Fachpartner und Stammkunden das Ostschweizer Know-how und die Qualität vermisst.

Gesundes KMU als Ziel

Danach ging es laut Smartwindows-Mitinhaber Briano schnell: «Wir erstellen einen Businessplan und machten uns auf die Suche nach Mitinvestoren.» Solche hätten sie dann auch schnell gefunden und das Start-up wurde im August 2020 gegründet.

Die Standorte Müllheim und Mörschwil bleiben bestehen. «Wir versuchen aber zu optimieren. Deshalb haben wir unter anderem 2000 Quadratmeter Bürofläche dem Eigentümer zurückgegeben.» Dazu möchte die Fensterbaufirma mit bis zu 60 Mitarbeitenden eine gesunde KMU-Grösse haben. Die Gründer wollen nicht mit den ganz grossen Branchenplayern mitmischen und zielen nicht auf die grossen Überbauungen ab. Dazu kommt: «Wir wollen mit kleineren Brötchen backen. Unsere Idee mit Smartwindows ist es nicht, Millionäre zu werden.»

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 29. Januar 2021 08:23
aktualisiert: 29. Januar 2021 08:22