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Flums

Nach «Nein» zum Jagdgesetz: «Städter haben uns im Stich gelassen»

28. September 2020, 18:56 Uhr
Die Ostschweizer Kantone wollten das revidierte Jagdgesetz klar annehmen. Die Stadtkantone machten diesem Vorhaben aber einen Strich durch die Rechnung. Besonders in der Gemeinde Flums ist die Enttäuschung nun gross.
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Quelle: tvo

Die Enttäuschung in der Gemeinde Flums ist gross. 74 Prozent der Stimmbevölkerung sind für das neue Jagdgesetz. Alleine in diesem Sommer hat es in der Gegend 50 Schafsrisse gegeben. «Wir müssen jetzt mit dem Wolf leben», sagt Herbi Beeler, Älpler aus Flumserberg. «Vor allem auf den Alpen ist das sehr problematisch.»

Die Schafzüchter fühlen sich von den Städtern im Stich gelassen, sagt Martin Keller, Präsident des St.Galler Schafzuchtverbands: «Es hat eine Spaltung zwischen Stadt und Land gegeben. Die Ängste und Sorgen der Bergbevölkerung hat man nicht ernst genommen.»

Die Schafzüchter müssen sich schon am Tag nach der Abstimmung gegen die wachsende Wolfspopulation in der Region wappnen. «Wir versuchen Massnahmen wie Elektrozäune oder Herdenhunde umzusetzen. Jeder hat das Interesse, seine Herde zu schützen», sagt Martin Keller.

Auch in der Ortsgemeinde Flums-Dorf hat man die Niederlage vom Abstimmungssonntag befürchtet. «Wir sind enttäuscht, dass die Städter uns im Stich gelassen haben», sagt Hans Bartholet, Präsident der Ortsgemeinde Flums-Dorf. «Wir haben aber die Hoffnung, dass das letzte Wort noch nicht gesprochen ist.» 

(red.)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 28. September 2020 18:56
aktualisiert: 28. September 2020 18:56