Mels

Nach Tötungsdelikt: «Das Schäfli ist kein Brennpunkt»

17. März 2022, 11:47 Uhr
Der Geschäftsführer des Hotels Schäfli in Mels wehrt sich vehement gegen Unterstellungen, die von Passanten erhoben wurden. Im Hotel gab es Ende Februar ein Tötungsdelikt.
Der tödliche Vorfall hat sich im Hotel Schäfli in Mels ereignet.
© TVO

Das Tötungsdelikt überschattete das diesjährige Fasnachtstreiben in Mels. Am frühen Morgen des 27. Februars wurde ein 45-jähriger Pizzaiolo tot im Gang des Hotels Schäfli gefunden. Ein 19-jähriger Tatverdächtiger wurde verhaftet. Er befindet sich in Untersuchungshaft.

FM1Today berichtete über das Tötungsdelikt und liess dabei Passanten zu Wort kommen. Ein Passant sagte mitunter, dass es nicht erstaunlich sei, dass der Vorfall im Hotel Schäfli passiert sei. Das Hotel sei als Brennpunkt bekannt.

«Man kennt sich hier und fühlt sich unter sich»

In der Folge unterliess es FM1Today fälschlicherweise Willi Meier, Wirt und Geschäftsführer des Hotels Schäfli, Stellung nehmen zu lassen. Das wird an dieser Stelle nachgeholt. Willi Meier weist die abschätzige Darstellung vehement zurück. «Das Schäfli ist sicher kein Brennpunkt. Wir sind ein Traditionslokal, besonders in der Fasnachtszeit.» Das Schäfli wolle die Tradition der dezentralen Fasnacht weiterführen und pflegen. So sei seine Beiz auch in diesem Jahr während der Fasnacht ein beliebter Treffpunkt gewesen. 

Dass alle, die in seinem Hotel oder seiner Beiz verkehren, mit solchen Aussagen abgewertet werden, könne Meier nicht zulassen. «Unsere Kundschaft ist bunt gemischt. Bei uns kehrten auch schon Politiker ein», sagt der 76-Jährige. «Man kennt sich hier und fühlt sich unter sich. Das Schäfli als Brennpunkt am Rande des Dorfplatzes zu bezeichnen, ist eine Rufschädigung.»

«Ich kenne den Tatverdächtigen nicht»

Meier, der das Hotel seit vielen Jahren führt, betont, dass der 19-jährige Tatverdächtige nicht zur Kundschaft gehört habe. «Ich kenne diesen Mann nicht. Er hat auch nicht bei uns Fasnacht gefeiert, zumindest hat ihn niemand der Angestellten gesehen».

Der verstorbene 45-jährige italienische Pizzaiolo war im Schäfli hingegen bestens bekannt. Er war seit rund einem halben Jahr im Hotel einquartiert. «Er war ein sehr sympathischer Typ und bestens integriert», sagt Meier über den Langzeitmieter.

Polizei vermutet einen Streit

Der Pizzaiolo hat gemäss Meier in der Tatnacht im Schäfli gefeiert und ist anschliessend weitergezogen. Später kam er offensichtlich mit dem 19-Jährigen zurück ins Hotel. Die Polizei vermutet, dass es im Gang zu einem Streit gekommen ist. Was dann geschehen ist, ist Gegenstand der laufenden Ermittlungen.

Am frühen Sonntagmorgen fand Willi Meier den Toten und den 19-Jährigen. «Ich dachte zuerst, es seien Alkoholleichen.» Den 19-Jährigen konnte Meier aufwecken. Beim 45-Jährigen konnte die verständigte Ambulanz nur noch den Tod feststellen.

(cas)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 17. März 2022 11:03
aktualisiert: 17. März 2022 11:47
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