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St.Gallen/Herisau

Nach Überprüfung: Zahnradbahnen verkehren vorläufig weiter

27. Mai 2020, 13:20 Uhr
Die Zahnradbahn zwischen Altstätten und Gais kann voraussichtlich noch bis 2035 verkehren. Danach braucht es einen Ersatz.
© KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER
In den letzten Monaten sind drei Zahnradbahnen überprüft worden, die zwischen den beiden Kantonen Appenzell Ausserrhoden und St.Gallen verkehren. Die Entscheide fielen unterschiedlich aus, vorläufig werden die Linien aber weiterbetrieben.

Bei den Abklärungen ging es um die Zukunft der drei Bahnlinien von Altstätten Stadt nach Gais, von Rorschach Hafen nach Heiden und von Rheineck nach Walzenhausen.

Alle drei Strecken wiesen seit Jahren eine rückläufige Nachfrage und einen sinkenden Kostendeckungsgrad aus, heisst es in einer gemeinsamen Mitteilung der Kantone Appenzell Ausserrhoden und St.Gallen vom Mittwoch. Ausserdem stünden in den nächsten Jahren grössere Investitionen in die Erneuerung der Infrastruktur an.

In den letzten Monaten wurden deshalb alternative Betriebskonzepte geprüft. Auf der Grundlage eines abschliessenden Berichts sowie einer touristischen Potenzialstudie der Fachhochschule Graubünden haben nun die beiden Kantone in Abstimmung mit dem Bundesamt für Verkehr verschiedene Entscheide gefällt.

Frist bis 2035

Danach wird die Bahn auf der Strecke zwischen Altstätten und Gais bis ins Jahr 2035 weiterfahren können. Die Frist entspricht der Lebensdauer der Fahrzeuge. Danach werde die Strecke auf einen wirtschaftlich günstigeren Busbetrieb oder auf eine andere Betriebsform umgestellt. Die touristische Bedeutung der Linie sei klein, da sie nicht an den Bahnhof Altstätten angeschlossen sei, heisst es in der Mitteilung.

Die Rorschach-Heiden-Bahn wird weitergeführt. Die touristische Bedeutung der Linie mit der Anbindung an die Bodensee-Schifffahrt wiege den Vorteil einer Umstellung auf Bus mehr als auf. Zudem werde damit ein grösseres Gebiet entlang der Strecke erschlossen.

Automatisierung als Alternative

Für die Linie Rheineck-Walzenhausen sei der Handlungsbedarf hoch, weil die Fahrzeuge altersbedingt jederzeit ausfallen könnten. Die Appenzeller Bahnen prüfen nun, ob die Bahn als automatisierte Zahnrad- oder Seilbahn weitergeführt werden könnte.

Automatisierte Bahnlösungen hätten tiefere Betriebskosten und eine Verdichtung des Angebots wäre jederzeit und mit geringen Mehrkosten möglich, schreiben die beiden Kantone. Als Option werde ein erweitertes Buskonzept mit dichterem Takt und besseren Anschlüssen auf S-Bahn und Fernverkehrszüge in St.Margrethen geprüft.

Bis Ende Jahr wird nun mit den Appenzeller Bahnen eine Vereinbarung zur Weiterentwicklung der drei Linien abgeschlossen. Darin werden unternehmerische und kommunikative Massnahmen festgelegt. In einer zweiten Vereinbarung regeln die beiden Kantone mit den betroffenen Gemeinden die Modalitäten, falls der jeweilige Mindest-Kostendeckungsgrad trotz der Massnahmen nicht erreicht wird.

Quelle: sda
veröffentlicht: 27. Mai 2020 13:20
aktualisiert: 27. Mai 2020 13:20