Wangser Fasnacht

«Neger»-Fasnachtswagen: Die Polizei ermittelt

28. Februar 2020, 14:16 Uhr
Mit diesem Wagen wollte jemand an die Wangser Fasnacht.
© zVg.
Der Slogan «Wie viele ‹Neger› brauchen wir in St.Gallen» auf dem Fasnachtswagen von Walter Brandstetter wird zum Fall für die Justiz. Die Polizei ermittelt zurzeit, die Staatsanwaltschaft wartet den Rapport der Polizei ab. Der angegriffene FDP-Politiker Nirosh Manoranjithan wird ausserdem Anzeige einreichen.

Die Polizei untersucht zurzeit den rassistischen Fasnachtswagen von Walter Brandstetter, die Staatsanwaltschaft wartet den Rapport der Polizei ab. «FDP und Jungfreisinnigen begrüssen die polizeilichen Ermittlungen, die ohne explizite Strafanzeige eingeleitet worden sind», heisst es in einer Mitteilung der FDP Sarganserland. Aus Verhältnismässigkeit verzichtet die Partei deshalb auch auf eine Anzeige wegen Diebstahls der Plakate.

Weitere Anzeigen möglich

Der Wangser Gemeinderat und FDP-Politiker Nirosh Manoranjithan wird als Direktbetroffener Strafanzeige einreichen. «Da zudem auch andere Kandidierende der FDP sowie der Jungfreisinnigen in beleidigender Form betroffen sind, können auch sie innerhalb von drei Monaten wegen Beschimpfung Strafanzeige einreichen», heisst es.

Die Partei bedauert, dass die Diskussionen um den Fasnachtswagen «Brandstetter» die vielen anderen, qualitativ hochwertigen Fasnachtssujets, verdrängt haben.

«Unterste Schublade»

Brandstetter schrieb auf seinen Fasnachtsanhänger «Wie viele ‹Neger› brauchen wir in St.Gallen». Daneben hatte er Bilder verschiedener FDP-Politiker aufgehängt, besonders prominent jenes von Nirosh Manoranjithan, der sri-lankische Wurzeln hat. Manoranjithan sagte dazu: «An der Fasnacht werden gewisse Leute hoch genommen. Das ist völlig normal. Aber hier dachte ich schon: Das ist unterste Schublade. Schliesslich haben wir das Jahr 2020. So zurückgeblieben sind wir doch nicht.»

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Quelle: TVO

Brandstetter selbst sah im Spruch kein Problem: «Ich brauchte ein kurzes Wort. Ich habe ja alles von Hand auf den Wagen geschrieben. Mit einem langen Wort hätte ich mehr Arbeit gehabt.»

(rr)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 27. Februar 2020 16:04
aktualisiert: 28. Februar 2020 14:16