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Whatsapp

Nein, im Kantonsspital St.Gallen gibt es keine Massenkündigungen

3. September 2021, 15:25 Uhr
Auf Whatsapp werden derzeit mehrere Meldungen im Zusammenhang mit Corona und dem Kantonsspital St.Gallen rumgereicht. Der Wahrheitsgehalt der angeblichen Insiderinformation: Null.
Die Belastung für das Personal in den Spitälern ist enorm. (Archivbild)
© Michel Canonica/St.Galler Tagblatt

«Im Spital St.Gallen haben alle Personen der Pflege auf der Intensivstation gekündigt», heisst es in einer Mitteilung, die derzeit auf Whatsapp und anderen Kanälen die Runde macht. Der Grund sei «die Quälerei gegenüber dem Personal wegen Corona. Sinnlose Tests und all die internen Massnahmen im Spital».

Dass die Personalsituation auf den Intensivstationen der Schweizer Spitäler angespannt ist, ist schon länger bekannt. Und kein neues Problem. Die Lage hat sich wegen der zusätzlichen Auslastung durch die vielen Corona-Patientinnen und -Patienten zusätzlich zugespitzt.

«Nichts anderes als Fakenews»

«Nachrichten, dass angeblich das gesamte Pflegefachpersonal gekündigt haben soll, sind – wie viele weitere Meldungen, die derzeit auf Social Media und anderen Kanälen kursieren – nichts anderes als Fakenews», sagt Philipp Lutz, Kommunikationsbeauftragter des Kantonsspitals St.Gallen.

Lutz bestätigt, dass die Personaldecke dünn sei, die Gründe seien jedoch sicher nicht «Quälerei» oder «sinnlose Tests»: «Die Personalknappheit hat sich gegenüber den vorangegangenen Wellen nochmals verschärft, was kaum erstaunt, wird doch dieses Personal nun schon seit eineinhalb Jahren ganz besonders gefordert.»

Hohe Belastung für das Personal

Die Arbeitsbelastung habe zugenommen, «hinzu sind Kündigungen und Schwangerschaften gekommen», sagt Lutz. Weiter: «Wir haben die Stellen aufgestockt. Aber personelle Lücken lassen sich nicht so schnell schliessen. Die Fluktuationen und das Einführen der neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist für das Personal eine zusätzliche Belastung.»

Lutz spricht von einer «physischen wie auch emotionalen Belastung»: «Es ist vor allem auch die Ungewissheit, die Sorge bereitet und einen auch müde macht. Wie viele Covid-Patienten kommen noch, wie lange geht das noch?»

In einer anderen Nachricht, die derzeit rumgeistert, berichtet ein Mann in einer Sprachnachricht, dass in den Spitälern in St.Gallen, Frauenfeld und Männedorf verheimlicht werden solle, wie viele geimpfte Personen auf den Intensivstationen liegen würden. Wie «Blick» berichtet, ist auch diese Nachricht frei erfunden und falsch.

(rr)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 4. September 2021 08:15
aktualisiert: 3. September 2021 15:25