Neuer Lauf: Einmal rund um den Bodensee

Laurien Gschwend, 16. Mai 2019, 15:45 Uhr
155 Kilometer, drei Länder, ein Seeufer: Im Rahmen der Strandfestwochen Rorschach findet diesen Sommer der erste Bodensee-Lauf «Rundume» statt. Welche Route die Teams zurücklegen, ist ihnen überlassen.

«Das ist der erste Lauf, den wir organisieren, bei dem die Teilnehmer eine ID benötigen», sagt Eventmanager Daniel Schmidli. Bei der Medienkonferenz mitten auf dem Bodensee schaukelt es den Ostschweizer noch kräftig durch – bei den Strandfestwochen wird er festen Boden unter den Füssen haben. Schmidli organisiert am Samstag, 3. August, die erste Bodensee-Umrundung «Rundume».

Laufstart zum Sonnenaufgang

Dabei handelt es sich um einen «Gentleman's Run». Sprich: Es gibt keine Regeln, wie die Jogger den Bodensee umrunden sollen. Selbst die Laufrichtung ist egal. «Morgens um 6 Uhr – dann geht die Sonne auf – können sie selbst entscheiden, ob sie nun in Richtung Österreich oder Kreuzlingen losrennen», sagt Schmidli. «Ich bin gespannt, welche Abkürzungen die Läufer finden und inwiefern sich ihre Routen unterscheiden.»

«Etwas Wildes»

Er und sein Team hätten Lust auf ein neues Projekt gehabt, «etwas Wildes am schönsten See der Schweiz». «Wir sind auf Dario Aemisegger, den Organisator der Strandfestwochen, zugegangen. Und haben uns schnell gefunden.» Wie bei einer Weltumseglung gehe es bei der Bodensee-Umrundung um Kreativität, Strategie und Teamspirit, erklärt der Teufner, der auch den Auffahrtslauf mitorganisiert. «Aber die Teams wollen natürlich wie bei Distanzrennen am schnellsten im Ziel sein.» Die ersten Teams sind laut Schmidli wohl bereits am Nachmittag zurück von der Umrundung, die letzten gegen Mitternacht oder erst nach 20 Stunden.

Noch müssen sie auf dem Bodensee frieren: Dario Aemisegger und Daniel Schmidli. (Bild: FM1Today/Laurien Gschwend)
Noch müssen sie auf dem Bodensee frieren: Dario Aemisegger und Daniel Schmidli. (Bild: FM1Today/Laurien Gschwend)

GPS-Tracker für die Läufer

Einzelsportler können die rund 155 Kilometer rund um den Bodensee zumindest in der ersten Ausgabe von «Rundume» nicht absolvieren. Zugelassen sind Teams mit vier (Kategorie «Challenge») oder fünf bis zehn Gruppenmitgliedern (Kategorie «Fun»). Wie diese den Staffellauf untereinander aufteilen, ist ihnen überlassen, ebenso die Verpflegung unterwegs. «Wir statten die Läufer mit GPS-Trackern aus. Allerdings nicht, um sie zu kontrollieren, sondern damit die Zuschauer sie auf der Strecke live mitverfolgen können.» Die Tracker würden aber auch aus Sicherheitsgründen eingesetzt. «So bekommen wir direkt mit, falls unterwegs etwas passiert. Wir können schliesslich nicht sämtliche Wege rund um den Bodensee sperren.»

Schmidlis Idee spielt Strandfestwochen-Leiter Dario Aemisegger in die Karten. Der Lauf schaffe eine Verbindung rund um den Bodensee und könne die Strandfestwochen auch den Leuten in Deutschland und Österreich näherbringen. Die Kosten für die Umrundung würden sich bewusst bei niedrigen 30 Franken bewegen, «damit sich auch ein deutsches Team die Teilnahme leisten kann».

Wakeboard-Show und Yoga

Die Strandfestwochen an der Rorschacher Seepromenade fanden letzten Sommer zum ersten Mal statt. Zuvor veranstaltete Dario Aemisegger das Openair auf Drei Weieren – nach Lärmklagen und einem Streit mit den Behörden zog er sich davon jedoch wieder zurück (FM1Today berichtete).

Der Event am Bodensee ist für den Wahl-Trogner mehr als «nur» ein Festival. «Es gibt viele Leute, die nicht in die Sommerferien gehen können. Auch ich verreise nicht. Deshalb haben wir etwas geschaffen, das mit Mittelmeer-Einflüssen und einem freien Zugang an Ferien erinnern soll.» Auf dem Programm stehen dieses Jahr neben der Bodensee-Umrundung eine Wakeboard-Show, ein Bier- und Burgerfestival, verschiedene Stand-Up-Paddling- und Yoga-Anlässe sowie ein Solarkino.

«Es gibt mehr WCs»

Bei der ersten Ausgabe hatten Wildpinkler während der Strandfestwochen für Schlagzeilen gesorgt. Die öffentlichen WCs reichten für die Notdurft der Gäste nicht aus – die Veranstalter wurden nach eigenen Angaben vom Erfolg überrascht und reagierten mit Toi-Tois. «Dieses Jahr werden mehr Toiletten da sein», versichert Aemisegger. Es handle sich um Holz-WCs des Start-ups Kompotoi, das «Geschäft» werde als Dünger verwendet.

Die zweiten Rorschacher Strandfestwochen finden vom 31. Juli bis 11. August statt. Dario Aemisegger rechnet mit einer ähnlichen Besucherzahl wie letztes Jahr (rund 15'000). Alle Infos zum Festival findest du hier.
Laurien Gschwend
veröffentlicht: 16. Mai 2019 15:24
aktualisiert: 16. Mai 2019 15:45