Kantonsrat

Neuer Versuch: Vorarlberg soll zur Schweiz gehören

19. September 2019, 16:39 Uhr
Bregenzer Festspiele
Die Bregenzer Festspiele könnten bald auf Schweizer Boden stattfinden.
© Eddy Risch
In einem neuen Vorstoss aus dem Kantonsrat wird auf zwei Umfragen in Vorarlberg verwiesen: Dabei sprach sich eine Mehrheit für den Anschluss an die Schweiz aus. Nun soll die St. Galler Regierung erklären, was sie davon hält und was die nächsten Schritte wären.

«Wir haben die selbe Sprache und eine sehr ähnliche Kultur», schreibt SP-Kantonsrat Martin Sailer in seinem Vorstoss, den er diese Woche in der Septembersession eingereicht hat. Der Rhein trenne zwar, «könnte aber auch zu einem verbindenden Element werden».

Thema seines Vorstosses ist der Wechsel des Bundeslandes Vorarlberg von Österreich zur Schweiz. Daraus würde der 27. Kanton entstehen, denkbar wäre aber auch eine Fusion mit dem Kanton St. Gallen. Das sei eine Vision, schreibt Sailer dazu, möglicherweise auch «eine Spinnerei», aber «unbedingt verfolgenswert».

Schon einmal abgestimmt

Ganz aus der Luft gegriffen ist die Idee nicht. Der Kantonsrat verweist auf eine nicht repräsentative Umfrage von «Vol.at» (Nachrichtenportal Vorarlberg Online) vom Mai 2019. Das Ergebnis: 65 Prozent der über 4000 Befragten hätten sich für einen Zusammenschluss mit der Schweiz ausgesprochen. Nicht genug: Eine weitere Umfrage von Antenne Vorarlberg habe zur gleichen Frage eine Zustimmung von 51 Prozent gezeigt.

Vorarlberger stimmten bei Abstimmung für Fusion

Über die Frage sei schon einmal abgestimmt worden, erinnert Sailer im Vorstoss. 1919 hatten 81 Prozent der Vorarlbergerinnen und Vorarlberger für die Aufnahme von Anschlussverhandlungen mit der Schweiz votiert. 100 Jahre, nachdem damals der Bundesrat dafür kein Gehör hatte, könnte dies anders aussehen, so Sailer.

Er will wissen, wie die St. Galler Regierung zu diesem «zugegebenermassen tollkühnen Plan» eines Zusammenschlusses stehe. Sailer fragt auch, wie vorgegangen werden könnte, um bei dieser Frage den Puls der St. Galler und Vorarlberger Bevölkerung zu spüren.

(SDA)

Quelle: sda
veröffentlicht: 19. September 2019 16:24
aktualisiert: 19. September 2019 16:39