Stadtplanung

Neugestaltung des St.Galler Marktplatzes wird konkret

5. Mai 2022, 14:56 Uhr
Die Umgestaltung von Marktplatz und Bohl in der Stadt St. Gallen ist einen Schritt weiter: Geplant sind unter anderem ein Marktpavillon, neue ÖV-Haltestellen, aber auch ein «Cool Spot». Am zentralen Platz der Innenstadt wird seit 2008 geplant.

«Die Leidensgeschichte hat nun endlich zum Erfolg geführt», sagt Markus Buschor, Stadtrat und Direktion Planung und Bau. In den Jahren 2011 und 2015 hatten die städtischen Stimmberechtigten Projekte für eine Neugestaltung des Marktplatzes und Bohls abgelehnt. Erst der dritte Anlauf wurde schliesslich im September 2020 nach einem breit abgestützten Mitwirkungsverfahren gutgeheissen.

Inhalt der Vorlage waren damals aber nur der Kostenrahmen von 27,7 Millionen Franken sowie eine Aufzählung der geplanten Vorhaben. Wie die Neugestaltung konkret aussehen wird, stellte der Stadtrat nun am Donnerstag vor. Die Bevölkerung kann sich dazu erneut äussern. «Wir haben eine Online-Mitwirkungsplattform eingerichtet. Die Wünsche und Anmerkungen werden anschliessend ausgewertet und ins Projekt miteingearbeitet. Anfang 2024 wollen wir die Umsetzung angehen, die 2025 abgeschlossen werden soll», so Buschor.

Stadträtin Sonja Lüthi und Stadtrat Markus Buschor stellen das Vorprojekt für den Marktplatz vor.
© FM1Today

Bezugspunkt Bibliothek

Eines der Probleme bei der Ausarbeitung war ein Bauwerk, das den Marktplatz wohl dominieren würde – sollte es gebaut werden: Auf dem angrenzenden Blumenmarkt ist die neue Bibliothek von Stadt und Kanton St.Gallen vorgesehen. Über das 137 Millionen teure Projekt entscheidet der St.Galler Kantonsrat 2023. Danach bräuchte es auch noch eine Volksabstimmung, die 2024 stattfinden könnte. «Weil wir das Bibliotheks-Projekt kennen, können wir die Gestaltung vom Marktplatz Bohl anpassen und zusammenarbeiten», sagt Buschor.

Rondelle soll zwei Marktpavillons weichen

Das Grossprojekt wirkte sich etwa auf die Gestaltung des geplanten Marktpavillons aus, der nun aus zwei Häusern bestehe, «die mittig, aber schräg auf dem Marktplatz zu stehen kommen», wie es in der Mitteilung heisst. Damit sei der Pavillon von allen Seiten gleich nutzbar und zugänglich. Darum herum sollen sich die Stände von Wochen- und Bauernmarkt gruppieren. Die Rondelle, die bis jetzt auf dem Marktplatz steht, soll abgerissen werden.

«Die neuen Marktpavillons sollen den Platz beleben und ein vielseitiges Angebot bereitstellen», sagt Sonja Lüthi, Stadträtin und Direktion Soziales und Sicherheit. Insgesamt 16 Einheiten werden entstehen. Diese sollen öffentlich ausgeschrieben und an Interessenten vergeben werden. Die Miete steigt dabei auf 750 Franken pro Monat, mit einer Umsatzmiete von 5 Prozent.

Neue Brunnen und «Cool Spot»

Zu den weiteren Elementen der Platzgestaltung gehören drei Brunnen, unter anderem ein grosser Brunnen mit Moosfels und ein Trinkbrunnen. In der Marktgasse wird zudem ein «Cool Spot» eingerichtet. «Man kennt dies schon vom Bundesplatz in Bern. An verschiedenen Stellen am Boden werden Wasserdüsen eingebaut, die an Hitzetagen eine kühlende Funktion haben und bei Kindern sehr beliebt zum spielen sind», sagt Markus Buschor. Ein weiterer Ansatz, den Marktplatz zu beleben.

Neues Verkehrsregime und ÖV-Haltestelle verschiebt sich

Weiter gibt es ein neues Verkehrsregime mit einem Fahrverbot für den motorisierten Individualverkehr. «Für Velofahrer gibt es kein Fahrverbot. Hier setzen wir auf gesunden Menschenverstand in der Begegnungszone», sagt Buschor. Wichtig seien auch genügend und gute Abstellplätze für Velos, die in der Planung miteinbezogen werden.

Geplant ist weiter die Verlegung der ÖV-Haltestelle vor dem Haus «Hecht». Neu sollen Busse und die Züge der Appenzeller Bahnen zwischen Engel- und Metzgergasse anhalten. «Dazu werden drei einzelne Wartehallen gebaut, die aber die Aussicht der hinten stehenden Häuser nicht behindern und auch nicht zu viel Verschattung erzeugen sollen. Auch wird der Platz verbreitert, womit die Geschäfte dort nicht eingeschränkt werden», sagt Buschor.

Die Calatrava-Wartehalle bleibt hingegen bestehen und wird instand gestellt. «Insbesondere unter dem Boden war unsicher, wie renovierungsbedürftig sie ist. Der Zustand der Calatrava-Halle wurde geprüft und es ist nur eine kleine Sanierung oben an der Wartehalle nötig», sagt Buschor.

(sda/sgr)

Quelle: sda
veröffentlicht: 5. Mai 2022 14:56
aktualisiert: 5. Mai 2022 14:56
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