Niemand will das Walensee-Nessie

Angela Mueller, 31. Oktober 2017, 17:55 Uhr
Das Loch-Ness-Monster muss wohl in Schottland bleiben, am Walensee wehren sich die Anwohner gegen ein Theaterspektakel mit Nessie. (Symbolbild)
Das Loch-Ness-Monster muss wohl in Schottland bleiben, am Walensee wehren sich die Anwohner gegen ein Theaterspektakel mit Nessie. (Symbolbild)
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Die Macher des Theaterspektakels «Ungeheuerlich» am Walensee haben kein gutes Händchen mit der Wahl des Aufführungsortes in Unterterzen. Schon beim Badestrand des Resort Walensee gab es Probleme, nun regt sich Widerstand im alten Hafen.

Nessie soll zum Leben erweckt werden und sich im Sommer 2020 im Walensee tummeln, doch es für das Ungeheuer aus Schottland sieht es schlecht aus. Der Verein «Unter freiem Himmel» von Peter Sauter wollte das Theaterspektakel «Ungeheuerlich» mit Nessie in Unterterzen auf eine See-Bühne bringen.

Zwar hat die grosse «Unterhaltungskiste» durchaus Anklang in der Gemeinde Quarten, zu der Unterterzen gehört, und in Tourismuskreisen gefunden. Doch ein Aufführungsort ist schwierig zu finden. Die Aufführung musste bereits von 2018 ins Jahr 2020 verschoben werden, weil sich die Stockwerkeigentümer des Resort Walensee in Unterterzen erfolgreich gegen die Bühne an ihrem Badestrand gewehrt hatten. Deshalb wurde der Aufführungsort in den alten Hafen Unterterzen verschoben.

Zu enge Rosengartenstrasse

Inzwischen wurde auch von hier Einspruch bei der Gemeinde Quarten eingereicht. 15 Anwohner der Rosengartenstrasse haben unterschrieben. «Die enge Rosengartenstrasse ist völlig ungeeignet, um den allabendlichen Grossaufmarsch von bis zu 1200 Besuchern zu bewältigen», sagen zwei betroffene Anwohner gegenüber dem «Sarganserländer».

Auch das Festivalgelände im Hafen scheint den Einsprechern viel zu klein. «Wo soll denn neben der Tribüne die weitere Infrastruktur aufgebaut werden», wundern sich Klaus Beckmann und Leo Keller.

Kein Durchkommen für den Retttungsdienst

Sie befürchten ein Chaos an den Vorstellungsabenden. Eines, das so weit geht, dass die Anwohner nicht mehr aus dem Haus könnten oder  Rettungsdienst und Feuerwehr kein Durchkommen mehr finden würden, wie der «Sarganserländer» schreibt.

Der Verein «Unter freiem Himmel» hat mit einer Stellungsnahme auf die Einsprachen reagiert. Darin bezeichnen sie die geschilderten Bedenken als lösbar und bitten den Quartner Gemeinderat, die nötigen Auflagen für den Anlass zu formulieren.

Die Einsprecher ziehen ihr Begehren jedoch nicht zurück und hoffen, dass der Gemeinderat als Bewilligungsbehörde das Baugesuch ablehnt - auch wenn er das Theaterprojekt befürwortet und auch als Unterstützer von «Ungeheuerlich» aufgeführt ist.

Angela Mueller
Quelle: agm
veröffentlicht: 31. Oktober 2017 17:55
aktualisiert: 31. Oktober 2017 17:55